Nach zehn wunderschönen Tagen bei Gill and Mike war die Reparatur von
Idefix beendet und wir konnten wieder weiter reisen. Der Abschied von
Gill and Mike fiel uns schwer, aber wir haben noch so viel zu sehen
und so war es an der Zeit weiter zu ziehen. Wir haben zwar Pech mit
Idefix gehabt, dafür aber haben wir neue Freunde in Sydney gewonnen!
Wir fuhren in die Blue Mountains nach Dunns Swamp im Wollemi NP. Leider
war das Wetter gar nicht gut und wir wanderten dort stundenlang in
wunderschöner Umgebung im Regen. Nachts sahen wir wieder keine Possums,
da es noch immer regnete. Am nächsten Morgen regnete es immer noch,
dazu war es kühl und natürlich alles so richtig nass. Als ich mich endlich
aus dem Auto wagte, wurde ich mit einem aussergewöhnlichen Vogelkonzert belohnt.
Der Vogel war ungewöhnlich laut und ausdauernd – sein Lied ist schwierig zu
beschreiben, aber das einfachste ist, wenn Du Dir das laute Geräusch eines
Computerspieles vorstellst – also sehr aussergewöhnlich. Nach ein paar Minuten
fand ich den Vogel oberhalb der Felsen und glaubte zu träumen, es war ein
wunderschöner Lyre Bird, der seinem Weibchen ein Lied zum Besten gab. Henk
wünschte sich seit Wochen diesen Vogel zu sehen und da war er!
Sofort holte ich Henk mit der Kamera. Henk kletterte auf die nassen Felsen rauf
und machte für uns eines der schönsten Fotos, dass wir haben.
Trotz Regen wanderten wir noch ein paar Kilometer und sahen so pitschnasse
Eastern Grey Kangaroos beim Grasen. Nur allein dieser Anblick dieser durchnässten
Kangaroos war
es wert, dass wir am Schluss unserer Wanderung selber tropfnass zum
Auto zurückkamen. Am Nachmittag fuhren wir zu einem anderen Teil des
Nationalparks nach Newnes, wo wir Greg wieder trafen, um mit ihm
zusammen
noch ein paar Tage zu verbringen, bevor wir die Region verlassen. Mit Greg
kam endlich auch die Sonne wieder zurück und es wurde wieder merklich wärmer.
Am Abend kochte Greg in unserem Dutch-Oven einen herrlichen Schweinebraten mit viel
Gemüse. Dieses leckere Mal lockte nicht nur uns an den Tisch, sondern auch
endlich das langersehnte Possum. Später gingen wir noch spotlighten und
sahen neben vielen Kängurus und Wallabies mehrere Wombats. Am nächsten
Morgen wechselte die Sonne im Stundentakt mit starkem Regen ab, sodass
wir nicht einmal eine Wanderung wie geplant machen konnten, da wir
einen Bach, der inzwischen zu einem Fluss geworden ist, durchqueren hätten müssen.
Am nächsten Morgen brachen wir in die Blue Mountains auf, wo wir am
Nachmittag den Grand Canyon Trail bei wunderschönem Wetter wanderten. Wir
genossen den Ausflug in vollen Zügen und bewunderten die herrlichen
Aussichtspunkte. Der Abend brachte einen Temperatursturz mit sich und
es wurde bitterkalt. Am nächsten Morgen piff uns der kalte Wind um die
Ohren und wieder mussten wir eine geplante Wanderung fallen lassen, da der Wind
viel zu stark war. Eigentlich rechneten wir mit Schnee, der blieb aber
glücklicherweise aus.
Diese Kälte war einfach zu viel für uns und am nächsten Morgen verliessen
wir die Blue Mountains Richtung Meer. Wieder mussten wir Abschied nehmen,
dieses Mal von Greg. Immer diese Abschiede, sie sind einfach nicht schön.