Yengo NP bis Dharug NP

Wer nicht mehr sucht, der findet!

Als wir in den Yengo NP Reinfuhren, war der Himmel mit dunkeln Wolken
behangen und fing es an zu nieseln.

 

Wir verbrachten die Nacht alleine
auf einem kleinen Campground im Park. Nachts gingen wir wieder einmal
mehr Spotlighten, aber da es noch immer nieselte hatten wir kein Glück
und sahen kein einziges Nachttier. Gemäss den Prospekten soll es im Park
Wombats geben. Wombats sehen den Koalas am ähnlichsten, leben aber unter
der Erde in Bauten, ernähren sich vegetarisch und sind daher in der
Dämmerung oft auf Wiesen zu sehen. Im Park gab es ein Campground, der
von Rasen umgeben ist und wir dachten, dass wir dort die Wombats am besten
sehen können. Auf der Fahrt dorthin sahen wir zum ersten Mal Yellow-tailed
Black-Cockatoo. Die schwarzen Kakadus fliegen ganz langsam, es sind so
schöne und grosse Papageien. Am Mittag sind wir auf dem anderen
Campingplatz angekommen. Wir suchten den Rasen nach Kegeli ab. Keine
Kegeli und dies ließen vermuten, dass es kaum viele Tiere gibt, die
dort im Gras nach Futter suchen. Ich überquerte die Wiese und lief zum
anderen Ende der Waldlichtung. Nein, was sitzt denn da so schön im Baum?
Ein Koala-Männchen. Zu unserer grossen Überraschung war er wach und frass.
Tja, wer nicht mehr sucht, der findet!

Henk gefiel der Campground nicht und so übernachteten wir auf einem
Campground im Dharug NP in der Nähe von Wisemans Ferry. Am Abend, kurz vor
dem Eindunkeln, gingen wir auf Safari. Nach kaum einem Kilometer laufen
entdeckten wir einen Wombat. Wir liefen quer über die Wiese auf ihn zu,
was ihm nicht gefiel und er flüchtete ziemlich schnell in den Wald. Wir
waren überrascht, wie schnell er laufen konnte. Er sah, wie ein kleiner
Bär mit kurzen Beinen aus. Kurze seit später flog ein schwarzer Kakadu
über uns. Nein, das war kein normaler Kakadu, dass war ein der seltenen
Glossy Black-Cockatoo, welche wir seit Wochen suchten. Ein paar Minuten
später erspähten wir auch noch einen Gang-gang Cockatto. Henk war so
begeistert, dass er noch einen Urwaldlauf machen wollte, ich aber winkte
ab, da es bald Nacht sein würde. Als wir wieder zurück im Auto waren,
fand ich wieder einmal einen Blutsauger. Wäh, die Viecher sind so widerlich.
Wir suchten unsere Kleider ab. Wir brachten nur zwei Blutsauger mit. Am
nächsten Morgen früh, gingen wir wieder auf Safari. Bald fanden wir unseren
Wombat wieder und sahen auch den Glossy Black-Cockatoo noch einmal. Henk
wollte gerne die Urwaldwanderung machen und versuchte mich zu motivieren.
Keine Chance, da es nachts geregnet hatte, war alles nass und die Blutsauger
sind dann sehr aktiv. Alle Vorsicht nützte nichts, denn ich hatte einen
Blutsauger am Bauch. Hüpfend von einem Bein auf das andere mit lautem
ui, ui, ui und auf den Bauch zeigend, war ich völlig ausser Gefecht
gesetzt. Es widerte mich so an, dass es mir nicht möglich war, das Viech
vom Bauch zu nehmen. Henk völlig erschrocken über meine Gestik kam angerannt
und befreite mich von diesem Unwesen. Tja, urwaldtauglich bin ich noch nicht.
Schöne Vögel hin oder her, ich hatte genug und wollte nach Sydney.

Am Nachmittag kamen wir dann in Narrabeen an, ein Vorort von Sydney. Wir
campierten dort auf dem Big4 Campingplatz. Da wir Mitglied bei SMCA sind,
mussten wir nur $25 anstatt $45 pro Nacht bezahlen. Die Preise für Campingplätze
sind teilweise unglaublich hoch, vor allem bei grossen Städten.

November 2008