The Pilliga Forrest bis Warrumbungle NP
Nur nicht aufgeben!
Wir verbrachten noch eine letzte Nacht im Wald und gingen morgens wieder auf die Suche nach Vögeln.
Wir sahen keine aussergewöhnlichen Vögel mehr, dafür ein riesiger Goanna (Bild).Der Goanna war etwa 1,5m lang und flüchtete sofort auf einen Baum, was uns recht war, denn Goannas können auch unangenehm werden. Nie würde ich einem Goanna den Finger hinhalten, da sie total auf Fleisch stehen. Dies war das grösste Exemplar, dass wir bis anhin sahen, was für ein Glück.
Leider sind viele grosse Goannas gestorben, da sie u.a. Frösche fressen. Falls sie einen Cane Toad fressen, überleben sie dies nicht. Der Cane Toad ist ein aus Südamerika importierter Frosch, der den Zuckerrohr von Schädlingen freihalten sollte. Dieser Frosch produziert ca. 70 000 Eier pro Jahr und hat keine natürlichen Feinde, weil er so giftig ist. Bis jetzt gibt es erst einen Raubvogel, der diesen Frosch fressen kann. Er kehrt den Frosch auf den Rücken und frisst nur den Bauch (die Giftdrüsen sind hinter dem Kopf
am Rücken). Nicht einmal die Ranger sind sich einig, ob ein Krokodil den Verzehr eines Cane Toads überlebt. Keiner weiss, was für ein grosser Schaden dieser Frosch in Australien anrichten kann, die Sorgen darüber sind aber sehr gross und viele Tierarten sind davon betroffen.
Eigentlich wollte Henk direkt nach Sydney fahren. Es gab aber in der Nähe den Warrumbungle NP, der sich ebenfalls rühmt, eine gesunde Koala-Population zu haben. Henk wusste, dass ich noch lange nicht
mit der Suche nach Koalas aufgegeben habe und er wünschte sich auch, noch einen zu sehen. Also fuhren wir in den Warrumbungle NP.
Die Fahrt dorthin war wunderschön und das Wetter brillant, aber ungewöhnlich heiss. Kurz vor dem Parkeingang sahen wir direkt neben der Strasse fünf Emus in einem gelben Blütenmeer. Bei so
einem schönen Anblick schlägt das Herz höher. Kurz danach erreichten wir das Informationscenter vom Park. Es gab sogar Campingplätze mit Strom, was wir bis jetzt noch nie in einem Nationalpark (NP)
antrafen. Wir buchten einen Stromplatz auf dem neuen Teil des Campingplatzes, um unsere elektrischen Geräte wieder einmal mit Strom voll zu tanken. Der alte Teil war vorübergehend für Wartungsarbeiten geschlossen.
Die Dame im Informationscenter war sehe nett und zeigte, wo wir wunderbar Vögel beobachten können. Für mich waren dieses eine Mal, die Vögel unwichtig, da ich ja Koalas sehen wollte. Sie erklärte uns, dass es sehr schwierig sei, um Koalas zu sehen und dass seit Wochen keiner mehr gesichtet wurde. Natürlich liessen wir nicht locker und wollten doch die besten Plätze für die Suche wissen. Es gab keine guten Plätze! Sei meinte, die Koalas können überall sein, denn zum Schlafen, was Koalas sowieso die meiste Zeit tun, können sie in jedem Baum sein und nicht nur in einem Gumtree, wo sie fressen.
Oh je, oh je, das klang gar nicht gut.
So gingen wir einen Platz für Idefix auf dem Camping suchen. Der neue Teil des Campingplatzes machte uns gar keine Freude, denn da war absolut kein Schatten. Im Nachhinein hätten wir lieber einen Platz ohne Strom gebucht, der nur halb so teuer gewesen wäre.
Die Plätze ohne Strom waren gegen unsere paradiesisch. Zum Glück buchten wir nur für eine Nacht. Auf dem Weg zum Campingplatz sahen wir viel graue Riesenkänguru. Kaum angekommen schnappte ich die
Kamera und weg war ich auf Kängi-Mission. Auf dem Rückweg ins Camp wurde ich von einem Ehepaar angesprochen, ob ich aus der Schweiz komme und dass sie uns bereits von Grafton her kennen. Natürlich, die nette Dame half mir dort mit der Waschmaschine, die nicht funktionieren wollte.
Auf jeden Fall hatten sie vom Informationscenter eine Nachricht für das Schweizerpaar erhalten! Das Informationscenter hatte einen Koala für uns! Da Henk bereits alles an den Strom angeschlossen hatte, liefen wir die 2 Km zum Informationscenter. Das Informationscenter schloss bald und so jagte
ich den armen Henk dort hin. Der Weg war länger als wir dachten und es war richtig heiss. Durchgeschwitzt erreichten wir das Informationscenter, um die Koordinaten entgegen zu nehmen, wo wir den Koala finden können.
Der Koala war ganz in der Nähe und es standen dort bereits andere Schweizer. Oh, es war so süss, das Koala-Mami war total müde und öffnete nicht einmal die Augen. Auf dem Rücken sass ihr Baby, welches ziemlich munter war und uns interessiert anschaute. So ein Glück, so ein Glück, endlich, ist unser
Wunsch in Erfüllung gegangen und wir sahen noch einen.
Abends auf dem Camping sahen wir Emus auf der Wiese. Als wir unser Abendessen assen, betttelten neben Vögeln auch Kängis. Später wurden wir von dem netten Ehepaar, welches uns die Nachricht vom
Informationscenter zu kommen liess, zu einem Glas Wein eingeladen. Sie hiessen Gill und Mike und waren mit ihrem A-Frame-Caravan unterwegs.
Wir verbrachten mit ihnen einen schönen unterhaltsamen Abend und hatten Spass miteinander. Sie wohnen in der nähe von Sydney und wenn wir Glück haben, werden wir sie noch einmal treffen.
Am nächsten Tag besuchten wir noch einmal den Koala. Der Koala war nun in einem anderen Baum, aber Henk fand ihn sofort. Das Koala-Mami schlief wieder wie ein Stein und das Baby sass ganz allein einen Ast höher und beobachtete uns. Wir machten zum Schluss noch eine kleinere Wanderung, wobei wir nicht allein waren, die Emus benutzten denselben Wanderweg.
Ein schöner Nationalpark mit viel Wildlife, sehr empfehlenswert.
Am Mittag fuhren wir Richtung Sydney. Abends kam im Hunter Valley ein Sturm auf, sodass wir einen beschützten Uebernachtungsplatz für Idefix suchen mussten. Der Wind war unglaublich stark. Für diese Nacht fanden wir erst spät abends einen guten Platz und fielen nach einer warmen Suppe müde
ins Bett.
Was für ein schöner Tag, das Leben ist schön!
27.10 -28.10.2008