Wie Ihr bereits aus alten Erzählungen wisst, campierten wir in Derby über eine Woche auf Jeffs Privatgrundstück mit Schrottplatz.
Jeff reparierte während dieser Zeit unseren Radiator, damit wir unsere Reise bis zur nächsten Iveco-Werkstatt fortsetzen konnten. In dieser Woche war Jeffs Frau in den Ferien und er wurde jeden Abend durch seine besten Freunde besucht. Jeff und seine Freunde unterhielten uns allabendlich mit “True-Lies-Stories”. Sie erzählten uns von ihren spannenden Erlebnissen mit Natur und Menschen, sodass wir uns ein gutes Bild machen konnten, wie es im Outback vor noch nicht langer Zeit war. Je länger die Abende dauerten, umso mehr Bier konsumierten die Jungs und umso lustiger wurden die kurzweiligen Geschichten. Mensch, was die Jungs an Bier saufen konnten, unglaublich.
Am Tag vor dem langersehnten jährlichen Pferderennens, zogen wir auf den örtlichen Campingplatz um, da in der Zwischenzeit Jeffs Frau aus den Ferien zurückkam. Idefix war noch nicht fertig repariert, aber wir fanden, dass wir Jeffs Gastfreundschaft schon mehr als genug in Anspruch genommen hatten. Am nächsten Tag, kurz vor Mittag, fuhren wir zu Jeff auf den Schrottplatz und kamen prompt in eine Strassenkontrolle. Hier in Australien sind viele Dinge anders als in der Schweiz, eines davon die Strassenkontrollen. In Australien müssen nicht nur “Alkohol-Verdächtige” ins Röhrchen blasen, sondern grundsätzlich alle. Ich denke, dass eine Strassenkontrolle das einzige Mittel ist, dass die lokale Bevölkerung dazu bringt, zu Fuss zum Pferderennen zu gehen und nicht mit dem Auto. Aus alten Erzählungen hörten wir, dass kaum jemand ein Pferderennen nüchtern verlässt. Der Polizist hielt uns an und ich als Beifahrer öffnete das Fenster, um mit ihm zu sprechen. Es ist klar, dass er auf meine Seite des Autos kam, da der Fahrer normalerweise rechts sitzt. Bei uns ist es aber umgekehrt, da wir unser Auto aus Europa mitgebracht haben. Der Polizist fragte, ob wir etwas getrunken hätten, was ich verneinte. Danach gab er mir das “Kästchen” für die Alkoholprobe um reinzublasen. Natürlich gab ich das Kästchen an Henk weiter, damit er Reinblasen kann, was den armen Polizisten völlig irritierte, denn er hatte überhaupt nicht bemerkt, dass nicht ich, sondern Henk der Fahrer war. Wir fanden das natürlich lustig, der Polizist mässig.
Danach fuhren wir zu Jeff, der uns mit einer Büchse Bier in der Hand begrüsste und wir erzählten ihm lachend, was wir gerade erlebt hatten. Jeff hatte bereits von einem seiner Freunde gehört, dass es eine Alkoholkontrolle gab. Sein Freund war noch immer da und begrüsste uns fröhlich. Er meinte, er sei auf Umwegen zu Jeff gefahren, denn sein Alkoholpegel sei definitiv von der letzten Nacht noch viel zu hoch. Jeffs Freund schaute definitiv mitgenommen aus, stand da ohne Schuhe und meinte, er musste auf dem kalten Betonboden im Schuppen schlafen, da er seine Hausschlüssel irgendwo verloren hätte und dass er sich nicht mehr erinnern kann, wer so gut war und ihn nach Hause brachte.
Wir fragten Jeff, ob er unser langersehntes Ersatzteil mit der Post bekommen hatte. Jeff meinte, er sei noch nicht auf der Post gewesen und ob Henk ihn wegen der Polizeikontrolle zur Post fahren könnte(Jeff hatte ja bereits Bier konsumiert), damit er nachschauen kann, ob das Päckli da ist. So fuhr Henk ein zweites Mal, innert 10 Minuten, dieses Mal mit Jeffs Auto in die Polizeikontrolle. Jeff sass als Beifahrer, mit einer Büchse Bier in der Hand, neben dran. Henk gab dem Polizisten an, dass er gerade mit einem anderen Auto kontrolliert wurde und konnte dieses Mal ohne Alkoholtest durch die Kontrolle fahren.