Schönes Namibia (teil I)
Anfangs November verabredeten wir uns mit Stefan,
einem anderen Reisenden aus der Schweiz, in Rundu, um mit ihm zusammen die abgelegenen Orte im Norden von Namibia zu erkunden.
Zusammen besuchten wir den wunderschönen Etosha NP und alle drei waren wir von den vielen Tieren begeistert, die wir dort antrafen, u.a. eine grosse Gruppe Löwen mit dreizehn Tieren!
Nach dem Etosha ging es weiter ins steinige Kaokoland, wo wir viele
Wüstenelefanten in den Hoarisib und Hoanib Tälern entdeckten.
Wir waren erstaunt, dass wir so viele Wüstenelefanten antrafen. Grosses
Glück hatten wir, dass die Flusstäler nicht ganz ausgetrocknet waren
und so den Elefanten kleinere Abschnitte mit Wasser geblieben waren und
wir konnten daher einige kleinere Herden antreffen.
Danach fuhren wir nach Epupa Falls und von da weiter nach Marienfluss
über schwierige, steinige, felsige und unebene Strassen, obwohl wir den
Van Zyl’s Pass umfahren sind. Dazu war es unglaublich heiss. Diese
strapazigen Fahrten setzten mir ganz schön zu und ich zog es teilweise
lieber vor, aus dem Auto auszusteigen und die schwierigen Passagen zu
laufen und mit der Kamera festzuhalten! Die Landschaften, die wir
bereisten, waren trotz ihrer Kargheit wunderschön und einzigartig. An
den abgelegensten Orten lebten Himbas ursprünglich in kleinen Kraals und
kamen, sobald sie die Autos hörten, anzurennen und hielten ihre offenen
Hände hin, in der Hoffnung, dass sie etwas von uns bekommen würden! An
einem Abend campierten wir wild und als es schon dunkel war, besuchte
uns eine Gruppe Himba-Jungs. Sie standen etwa zehn Meter von uns
entfernt und beobachteten uns neugierig, nichts weiter. Nachdem wir sie
begrüssten, gab Stefan den Jungs eine Packung Guetzli und von mir
bekamen alle ein Caramel-Bonbon, welche wir noch hatten. Sie freuten
sich riesig darüber und verschwanden in der Dunkelheit.
Unsere nächste Etappe war das abgelegene Hartmannstal. Die Fahrt
dorthin war zum Glück nicht mehr so beschwerlich und wir wurden bei der
Ankunft mit dem Ausblick in eine herrliche Dünenlandschaft belohnt. In
den Dünen verbrachten wir eine ruhige Nacht – wir waren die Einzigen
weit und breit – und fuhren am nächsten Tag zurück nach Purros.
Unbedingt wollten wir noch einen Tag im Flusstal bei Purros verbringen
und hofften wieder, die seltenen Wüstenelefanten anzutreffen.
Als wir in die Schlucht hinein fuhren, sahen wir nur einzelne
Elefantenbullen. Beim Rückweg trafen wir auf eine Herde mit acht Tieren
und da dort die Schlucht so eng war, hatten wir keine Chance die
Elefanten zu überholen. Die Wüstenelefanten besitzen ein hitzigeres
Gemüt als normale Elefanten und man sollte vermeiden, ihnen zu nahe zu
kommen. Eine Elefantenkuh hatte das kleinste Elefantenbaby mit sich, das
wir bis jetzt überhaupt sahen. Noch
ein Grund um vorsichtig zu sein sowie Abstand zu halten! Wir warteten
über eine Stunde, bis wir die Gruppe sicher überholen konnten. Vier
Kilometer vor Purros entfernt und noch immer im Flussbett, brachen bei
Stefans Auto die Bolzen der Lenkstange. Somit sass Stefan fest und
konnte keinen Meter mehr weiter fahren. Nach einigem Beraten fuhren Henk
und ich weiter, um Hilfe zu organisieren. Am nächsten Tag, kurz vor
Mittag und nach ca. 300 km fahren, fanden wir Hilfe bei der Palmwag
Lodge. Stefan hatte riesiges Glück, da die Palmwag umgehend ihren
eigenen Automechaniker zu ihm sandte und wir hofften natürlich sehr,
dass der Automechaniker Stefan helfen konnte. Noch am selben Tag kam der
Mechaniker in Purros an und liess die Palmwag wissen, dass er sicher in
Purros angekommen sei. Danach war für einen ganzen Tag funkstille und
niemand wusste, was die Situation war, vom Mechaniker hatte niemand mehr
was gehört. Die verantwortlichen Personen von Palmwag vermuteten, dass
das Auto ihres Automechanikers ebenfalls eine Panne haben könnte und
daher fuhr ein zweites Fahrzeug von Palmwag nach Purros. Um die
Geschichte kurz zu machen, die Mitarbeiter des zweiten Fahrzeuges von
Palmwag halfen ihrem Automechaniker und am dritten Tag, nachdem wir
Stefan in Purros verlassen hatte, bekam er Hilfe und sein Auto konnte so
repariert werden, dass er selber bis zur nächsten Toyota Garage in
Windhoek fahren konnte. Stefan hatte abenteuerliche und sicherlich
unvergessliche Tage hinter sich im Flusstal. Er bekam öfters nahen
Besuch von Wüstenelefanten und bereits den ersten Abend musste er im
Auto verbringen, da sich neugierige Wüstenlöwen nur ein paar Meter von
ihm entfernt niederliessen und erst am nächsten Morgen weiter zogen.
Afrika ist ein spannendes Reiseland, unvergesslich, aber auch das Land,
wo man immer Hilfe bekommt, wenn man sie braucht! An alle Mitarbeiter
von Palmwag einen herzlichen Dank für so viel Support.