Schönes Namibia (teil I)

Anfangs November verabredeten wir uns mit Stefan,

img_2743.JPG einem anderen Reisenden aus der Schweiz, in Rundu, um mit ihm zusammen die abgelegenen Orte im Norden von Namibia zu erkunden.

 

Zusammen besuchten wir den wunderschönen Etosha NP und alle drei waren wir von den vielen Tieren begeistert, dsc05851.JPGdsc04817.JPGdie wir dort antrafen, u.a. eine grosse Gruppe Löwen mit dreizehn Tieren!dsc05253.JPG Nach dem Etosha ging es weiter ins steinige Kaokoland, wo wir viele Wüstenelefanten in den Hoarisib und Hoanib Tälern entdeckten.img_2476.JPG Wir waren erstaunt, dass wir so viele Wüstenelefanten antrafen. Grosses Glück hatten wir, dass die Flusstäler nicht ganz ausgetrocknet waren und so den Elefanten kleinere Abschnitte mit Wasser geblieben waren und wir konnten daher einige kleinere Herden antreffen.

Danach fuhren wir nach Epupa Falls und von da weiter nach Marienfluss über schwierige, steinige, felsige und unebene Strassen, obwohl wir den Van Zyl’s Pass umfahren sind. Dazu war es unglaublich heiss. Diese strapazigen Fahrten setzten mir ganz schön zu und ich zog es teilweise lieber vor, aus dem Auto auszusteigen und die schwierigen Passagen zu laufen und mit der Kamera festzuhalten! Die Landschaften, die wir bereisten, waren trotz ihrer Kargheit wunderschön und einzigartig. An den abgelegensten Orten lebten Himbas ursprünglich in kleinen Kraals img_2547.JPG und kamen, sobald sie die Autos hörten, anzurennen und hielten ihre offenen Hände hin, in der Hoffnung, dass sie etwas von uns bekommen würden! An einem Abend campierten wir wild und als es schon dunkel war, besuchte uns eine Gruppe Himba-Jungs. Sie standen etwa zehn Meter von uns entfernt und beobachteten uns neugierig, nichts weiter. Nachdem wir sie begrüssten, gab Stefan den Jungs eine Packung Guetzli und von mir bekamen alle ein Caramel-Bonbon, welche wir noch hatten. Sie freuten sich riesig darüber und verschwanden in der Dunkelheit.

Unsere nächste Etappe war das abgelegene Hartmannstal. Die Fahrt dorthin war zum Glück nicht mehr so beschwerlich und wir wurden bei der Ankunft mit dem Ausblick in eine herrliche Dünenlandschaft belohnt. In den Dünen verbrachten wir eine ruhige Nacht – wir waren die Einzigen weit und breit – und fuhren am nächsten Tag zurück nach Purros.
Unbedingt wollten wir noch einen Tag im Flusstal bei Purros verbringen und hofften wieder, die seltenen Wüstenelefanten anzutreffen.
Als wir in die Schlucht hinein fuhren, sahen wir nur einzelne Elefantenbullen. Beim Rückweg trafen wir auf eine Herde mit acht Tieren und da dort die Schlucht so eng war, hatten wir keine Chance die Elefanten zu überholen. Die Wüstenelefanten besitzen ein hitzigeres Gemüt als normale Elefanten und man sollte vermeiden, ihnen zu nahe zu kommen. Eine Elefantenkuh hatte das kleinste Elefantenbaby mit sich, das wir bis jetzt überhaupt sahen. dsc07434.JPGNoch ein Grund um vorsichtig zu sein sowie Abstand zu halten! Wir warteten über eine Stunde, bis wir die Gruppe sicher überholen konnten. Vier Kilometer vor Purros entfernt und noch immer im Flussbett, brachen bei Stefans Auto die Bolzen der Lenkstange. Somit sass Stefan fest und konnte keinen Meter mehr weiter fahren. Nach einigem Beraten fuhren Henk und ich weiter, um Hilfe zu organisieren. Am nächsten Tag, kurz vor Mittag und nach ca. 300 km fahren, fanden wir Hilfe bei der Palmwag Lodge. Stefan hatte riesiges Glück, da die Palmwag umgehend ihren eigenen Automechaniker zu ihm sandte und wir hofften natürlich sehr, dass der Automechaniker Stefan helfen konnte. Noch am selben Tag kam der Mechaniker in Purros an und liess die Palmwag wissen, dass er sicher in Purros angekommen sei. Danach war für einen ganzen Tag funkstille und niemand wusste, was die Situation war, vom Mechaniker hatte niemand mehr was gehört. Die verantwortlichen Personen von Palmwag vermuteten, dass das Auto ihres Automechanikers ebenfalls eine Panne haben könnte und daher fuhr ein zweites Fahrzeug von Palmwag nach Purros. Um die Geschichte kurz zu machen, die Mitarbeiter des zweiten Fahrzeuges von Palmwag halfen ihrem Automechaniker und am dritten Tag, nachdem wir Stefan in Purros verlassen hatte, bekam er Hilfe und sein Auto konnte so repariert werden, dass er selber bis zur nächsten Toyota Garage in Windhoek fahren konnte. Stefan hatte abenteuerliche und sicherlich unvergessliche Tage hinter sich im Flusstal. Er bekam öfters nahen Besuch von Wüstenelefanten und bereits den ersten Abend musste er im Auto verbringen, da sich neugierige Wüstenlöwen nur ein paar Meter von ihm entfernt niederliessen und erst am nächsten Morgen weiter zogen. Afrika ist ein spannendes Reiseland, unvergesslich, aber auch das Land, wo man immer Hilfe bekommt, wenn man sie braucht! An alle Mitarbeiter von Palmwag einen herzlichen Dank für so viel Support.

Dezember 2009