Die Anfahrt in den Central Kalahari NP war so anstrengend gewesen, so dass wir uns nach der Reparatur von Idefix (Bolzen in der Blattfeder ersetzt, siehe “Wenn der Schaden uns vor Schaden bewahrt”) entschieden, die Central Kalahari abzuschreiben und früher als geplant nach Maun zu fahren.
In Maun angekommen, fragten wir umgehend bei “Park and Wildlife” an, ob wir noch ein paar Tage im Moremi dazubuchen könnten. Dabei erfuhren wir, dass im Moremi sämtliche Campingplätze, ausser South Gate und Xaxanaka, privatisiert wurden. In South Gate konnten sie uns noch Camping anbieten, was uns aber nicht zusagte. Nach einem weiteren Nachfragen, ob wir den nicht auf einem der Reserveplätze in Xaxanaka stehen könnten, klappte es und wir bekamen drei zusätzliche Nächte in Xaxanaka!
Vor zwei Jahren wurden in fast allen Nationalpärken in Botswana u.a. die Dusch- und WC-Häuser neu gebaut und durch die EU mit 50 % mitfinanziert. Trotz Beitrag der EU bezahlen auch die EU-Bürger die höchsten Eintritts- und Campingkosten. Die meisten Campingplätze in den Nationalpärken wurden diesen Oktober privatisiert und kosten neu pro Person und Nacht 50 Dollar, dazu kommen noch die Parkgebühren! Die Nationalpärke in Botswana waren schon vor dieser Veränderung teuer und es wird interessant sein, ob die Privatfirmen einen Mehrwert bringen werden oder ob es für den Besucher einfach höher Kosten sein werden! Wir sind froh, dass wir Botswana schon gut bereist haben, denn wir finden dieses neue System stossend.
Im 2003 waren wir zum ersten Mal in Botswana und besuchten den Moremi NP. War der Park im Jahr 2003 staubig, trocken und braun, war er dieses Jahr grün und nass, eigentlich so, wie man sich ein Delta aus unzähligen Wasserläufen vorstellt. Durch das viele Wasser waren die Strassen schwieriger zu befahren und in einem schlechteren Zustand als bei unserem ersten Besuch.
Kaum sind wir in Xaxanaka angekommen, bekamen wir von einem riesigen
Elefantenbullen besuch, was natürlich ganz spannend war. Der Elefant
blieb ungefähr eine halbe Stunde in unserer Nähe und wir konnten ihn in
aller Ruhe beobachten und fotografieren, wobei ich ihm ein “bisschen” zu
nahe kam, was er mir unmissverständlich zu verstehen gab. Nun, ich musste mich unverzüglich zurück zu ziehen… na, ja, ich tat dies ohne weiteres Nachfragen…
Übrigens Elefanten laufen in der Regel auf so leisen Sohlen, dass man sie oft erst sieht, wenn sie fast zum Greifen nahe sind.
Morgens und abends flogen duzende der wunderschönen Carmine Bee-Eater ins Camp und zeigten dabei ihre roten Bäuche, die mit dem Sonnenuntergang noch röter und schöner als sonst leuchteten.
Am zweiten Tag im Park trafen wir auf zwei herrliche Löwen. Wir konnten beobachten wie sie eine riesige Büffelherde verfolgten. Beide Löwen lauerten im Gebüsch auf die Büffel.
Wir
waren so überrascht zu sehen, dass nicht die Löwen die Büffel
angriffen, sondern umgekehrt. Die Büffel standen mit der Nase im Wind
und
rochen die Löwen. Immer mehr Büffel liefen zusammen mit der Nase in der
Luft und schlussendlich zog eine grosse Gruppe Büffel Richtung Löwen.
Die Löwen gaben ihren Angriff auf, entdeckt durch die Büffel waren sie
chancenlos. Wow, was hatten wir für ein Glück, so was zu sehen.
Nach drei Nächten in Xaxanaka freuten wir uns auf einen Ortwechsel und fuhren zu unserem gebuchten Platz in Third Bridge. Um nach Third Bridge zu gelangen mussten wir über die einfachen Holzbrücken bei Fourth Bridge und Third Bridge fahren. Die Brücken sahen nicht sehr stabil aus, eigentlich eher wie Holzflosse, die bis zu den Böschungen ragten, doch die Brücken haben Idefix problemlos getragen und wir erreichten sicher unser Camp. Third Bridge war in der Zwischenzeit privatisiert, was man dem Dusch- und WC-Block nicht ansah, denn die WC’s funktionierten genau so schlecht wie in Xaxanaka und sauberer waren sie auch nicht. Nach unserem Mittagessen bekamen wir Besuch von aufdringlichen Pavianen. Diese “Affen” gingen uns mit ihren Attacken derart auf die Nerven, dass wir unsere sieben Sachen wieder zusammen packten und nach Xaxanaka zurückkehrten, obwohl wir für zwei Nächte in Third Bridge gebucht hatten. In Xaxanaka stellten wir uns, für eine Nacht, wieder auf den Reserveplatz und fuhren am nächsten Tag nach North Gate, wo wir eine Nacht auf dem Platz von netten Holländern stehen konnten.
Auf North Gate hatten wir uns am meisten gefreut. Wir hatten North
Gate so schön in Erinnerung, wie wir herrlich am Fluss stehen und die
Tiere beobachten konnten. Da es aber dieses Mal so viel Wasser hatte,
waren viele von den Strassen, die am Fluss entlang mäanderten,
überflutet und die Fahrt mit Idefix auf den engen Umgehungsstecken durch
Gebüsch und Hecken waren keinen Spass, da wir immer wieder Äste trafen,
die sich entlang am Auto kratzten.
Seit ein paar Tagen schmerzte Henks Schulter. Für ihn waren die Fahrten
im Park anstrengend und so strichen wir unsere letzte Nacht in North
Gate und fuhren zurück nach Maun, damit er sich etwas erholen konnte.
Nach Maun fuhren wir weiter nach Tsodilo Hills, wo wir Felsmalereien der San bewundern konnten. Als
wir den Park verliessen kauften wir den Frauen aus dem Dorf noch ein
paar Halsketten ab. Die Halsketten waren sehr schön gefertigt und sie
verkauften sie zu einem fairen Preis. Ich fragte die Frauen, ob es in
Ordnung ist, wenn wir ein Foto von ihnen machen würden. Sie meinten ja,
aber machten, wie so oft in Afrika, eine ziemlich ernste Miene dazu.
Als
ich ihnen das Digitalfoto zeigte, bückten sie sich alle über die Kamera
und lachten dabei so richtig herzhaft, als sie sich im Bild sahen.