Von Darwin nach Lawn Hill NP
Während dem ich unseren neuen Reisebericht vorbereite, sitzenwir an
einem Fluss in der Nähe von Normanton. Wir geniessenhier die letzte
Stunde vor dem Sonnenuntergang und beobachten die Tiere.Soeben hat Henk ein grosses Kroki im Fluss entdeckt (vermutlichein Freshy). Wir werden heute Nacht hier campieren und
hoffendarauf, das sich am Morgen die Krokis auf den Sandbänken sonnen.
DieNatur hier in Australien ist sehr spannend und allgegenwärtig. Auf
der heutigen Fahrt sahen wir viele Brolgas
,
einen Freshy, mehrere Kängis und vieles mehr.Seit unserem letzten
Reisebericht sind wir in die Wärme gefahren oderbesser gesagt, aus der
Kälte geflüchtet. Auf dem Weg nach Norden besuchten wir den Davenport
Range Nationalpark. Dadurch vermieden wirein Stück geteerten Highway.
Auf den geteerten Strassengibt es leider oft Roadkill und ich bin froh,
nein, ich denke wir sind froh, wenn wir es nicht sehen müssen. Leider
war es uns nicht möglich, die Nacht im Davenport Range NP wie geplant zu
verbringen, da es am Campground (Old Police Station) so viele und noch
viel mehr Fliegen hatte. Die Fliegen sind wirklich blöde Viecher. Sie
versuchen in die Augen, Nase und Ohren zu gelangen und dazu kribelt es
ständig auf den Armen und Beinen. Sie sterben lieber, alsdass sie davon
ablassen würden, einem zu plagen. Nach einer Stunde Camping, packten wir
unsere sieben Sachen wieder ein und das wars. Es ist uns ein
Rätsel, wie das andere Leute aushalten und dort tatsächlich
campierten. Aber der Besuch hat sich gelohnt, denn auf dem Weg in den
Park, sahen wir einen Schwarm Wellensittiche, auf die ich schon so lange
gewartet habe. In Katherin und Douglas Hot Springs badeten wir in
herrlich heissen Quellen. Die heissen Quellen in Katherin fanden wir um
einiges schöner. Der Campingplatzbei den Douglas Hot Springs hat uns gar
nicht gefallen und ich hatte grosse Mühe um dort aufs WC zu gehen. Dies
gehört halt auch zum Reisen.In der Zwischenzeit durchstreiften wir auch
in die Nationalpärke Litchfield, Kakadu, Elsy, Limmen und Lawn Hill. In
Lichtfield klapperten wir alle Sehenswürdigkeiten ab. Wir bevorzugten
die Orte, welche nur mit 4 WD zu erreichen waren, da es dann weniger
Leute gab. Leider mussten wir auch im Litchfield zwei Campingorte
verlassen, da uns die Fliegen einfach verrückt machten. Litchfield ist
schön und ein Besuch lohnenswert, gut sind dort auch die riesigen
Termitenhügel zu besuchen. Danach ging es weiter nach Darwin, wo wir
einen Autoelektriker für Idefix suchten, denn die Frischluftzufuhr
funktionierte nicht mehr und somitgab es auch keine Kühlung aus der
Airco. So eine Reparatur konnten wir nicht aufschieben und bemühten uns
um einen schnellen Termin.Schnell geht in Australien wenig und so fuhren
wir noch einige Tagenach Berry Springs, bevor die Reparatur vorgenommen
werden konnte. Berry Springshat einen tollen Tierpark sowie einen
fantastischen Park, wo wir im warmenWasser schwammen.Darwin ist schön,
eine richtige Stadt halt, die Campingplätze aber sündhaft teuer. Mit der
gleichen Reparatur wurde auch das ständigeAufleuchten der Warnlampen
für das Kühlwasser und der Batterie behoben. Soschön, keine ständig
aufleuchtende Warnanzeigen mehr. Ohne weitere Verzögerung fuhren wir
über den Mary River Parkin den Kakadu. Der Kakadu NP ist ein Traum und
die Tage verflogen nur so. Wir besuchten einige geführte Rundgänge
und Diavorführungen durch Rangers und konnten wiederum vielüber die
Natur sowie Tierwelt dazulernen. Höhepunkte warender Besuch bei Ubirr,
wo ein Ranger (Aboriginal) zweimal am Tag die Rock Art sowie viel über
die Lebensgewohnheitender Aboriginals erzählt. Endlich sahen wir richtig
schöneRock Art.
Der
Kakadu NP fand ich persönlich als denbesten organisierten Park mit
guten oder sogar sehr schönenCampingplätzen. Besonders bereichernd sind
die vielen Führungender Rangers. Ein weiterer Höhepunkt war die
Schifffahrt auf demYellow River, wo wir die Salzwasserkroks hautnah
erleben konnten.Im Kakadu teilten wir mit einem der unzähligen
Idefix-Bewundernein weiteres Idefix-Problem. Nämlich, dass die Spur
nicht richtig eingestellt war und somit einer der zwei neuen Pneus, die
wirin Alice kauften, schon wieder sehr, sehr stark abgefahrenwar. Der
Idefix-Bewunderer wusste in Darwin eine Kontaktperson und gab uns eine
detaillierte schrifltiche Problembeschreibung (falsche Spureinstellung
mit mm-Angabe) mit. So ging es wieder zurück nach Darwin um dieses
Problem zu beheben. Es ist nicht so, dass wir nicht wussten, wo das
Problem lag. Wir besprachen dies auch in drei grösseren Orten mit
mehreren Mechanikern, aber niemand hatte das dafür nötige Werkzeug. Die
Kontaktperson verwies uns wiederum an jemanden anderen, da wurde uns
abergeholfen und Idefix ist jetzt komplett i.O. (bitte Daumen
drücken).Mataranka mit den Hotsprings ist ein absolutes “must” und die
Uebernachtungim Elsy NP war super angenehm.In Lorella Springs
(angrenzend zum Limmen NP) badeten wirwiederum in heissen Quellen. Schon
nach kurzer Zeit im Wasserwurde ich durch etwas leicht gebissen.
Aufgeregt spähte ich ins Wasser, was sich da so alles um mich tummelte,
sah aber nurkleine harmlose Fische. Henk glaubte mir nicht wirklich und
dachte, dass ich wohl eher durch einen Affen gebissen wurde. Ich blieb
aber dabei, es hat mich etwas gebissen. Wie es kommen musste,
ruderteHenk, nach ca. 5 Minuten, wie ein verrückter mit denArmen im
Wasser und ich wusste, ahaaaa, auch er wurde gebissen. Traue keinen
kleinen Fischen in warmen Wasser! In Lorella Springstrafen wir zum
zweiten Mal Susi und Ruedi, die vor ein paarJahren aus der Schweiz
auswanderten und seit dem Australien mit ihrem Oka bereisen. Susi und
Rudi, die mit Heidiund Peter reisen, trafen wir von da an öfters.
Lawn
Hill fand ich bis jetzt etwas vom Schönsten und wäregerne länger
geblieben, aber die Zeit drängt und wir müssenweiter nach Cairns. In
Lawn Hill konnten wir im Fluss baden,wo ich sogar eine
Süsswasserschildkröte sah. Für mich sinddas wunderbare Erlebnisse und
ich will noch mehr Wasserschildkörten sehen,sie sind aber leider
schwierig zu sehen. Wir machten einige wunderschöne Wanderungen, wo wir
herrlich die Vögel beobachten konnten und mantrifft unterwegs auch immer
wieder nette Menschen zum Plaudern.Die Australier machen es einem ja
sehr einfach, um in Kontaktzu kommen und wir werden oft bei allen
möglichen Aktivitäten angesprochen. So auch auf einer unserer Wanderung,
wo wir mit einem pensionierten Ehepaar sprachen. Henk fragte
während dem Gespräch, ob sie den graue Nomaden seien (so werden
die pensionierten australischen Reisenden genannt). Die Frau mit
einem jugendlichen Look, schaute Henk an, griff sich ins Haar und
meinte: ”Ich bin blond und nicht grau, wir sind hier die Ausnahme”. Das
war so lustig, dass ich noch Stunden nachher darüber lachen musste. Am
anderen Ende des Parks, schauten wir eine Ausgrabungsstättevon
versteinerten Knochen an. Leider gab es nur Knochenfragmente zu sehen
und ich fand den Besuch nicht lohnenswert.
September 2008