Von Darwin nach Lawn Hill NP

Während dem ich unseren neuen Reisebericht vorbereite, sitzenwir an einem Fluss in der Nähe von Normanton. Wir geniessenhier die letzte Stunde vor dem Sonnenuntergang und beobachten die Tiere.Soeben hat Henk ein grosses Kroki im Fluss entdeckt (vermutlichein Freshy). Wir werden heute Nacht hier campieren dsc01777.JPG und hoffendarauf, das sich am Morgen die Krokis auf den Sandbänken sonnen. DieNatur hier in Australien ist sehr spannend und allgegenwärtig. Auf der heutigen Fahrt sahen wir viele Brolgas dsc02549.JPG, einen Freshy, mehrere Kängis und vieles mehr.Seit unserem letzten Reisebericht sind wir in die Wärme gefahren oderbesser gesagt, aus der Kälte geflüchtet. Auf dem Weg nach Norden besuchten wir den Davenport Range Nationalpark. Dadurch vermieden wirein Stück geteerten Highway. Auf den geteerten Strassengibt es leider oft Roadkill und ich bin froh, nein, ich denke wir sind froh, wenn wir es nicht sehen müssen. Leider war es uns nicht möglich, die Nacht im Davenport Range NP wie geplant zu verbringen, da es am Campground (Old Police Station) so viele und noch viel mehr Fliegen hatte. Die Fliegen sind wirklich blöde Viecher. Sie versuchen in die Augen, Nase und Ohren zu gelangen und dazu kribelt es ständig auf den Armen und Beinen. Sie sterben lieber, alsdass sie davon ablassen würden, einem zu plagen. Nach einer Stunde Camping, packten wir unsere sieben Sachen wieder ein und das wars. Es ist uns ein Rätsel, wie das andere Leute aushalten und dort tatsächlich campierten. Aber der Besuch hat sich gelohnt, denn auf dem Weg in den Park, sahen wir einen Schwarm Wellensittiche, auf die ich schon so lange gewartet habe. In Katherin und Douglas Hot Springs badeten wir in herrlich heissen Quellen. Die heissen Quellen in Katherin fanden wir um einiges schöner. Der Campingplatzbei den Douglas Hot Springs hat uns gar nicht gefallen und ich hatte grosse Mühe um dort aufs WC zu gehen. Dies gehört halt auch zum Reisen.In der Zwischenzeit durchstreiften wir auch in die Nationalpärke Litchfield, Kakadu, Elsy, Limmen und Lawn Hill. In Lichtfield klapperten wir alle Sehenswürdigkeiten ab. Wir bevorzugten die Orte, welche nur mit 4 WD zu erreichen waren, da es dann weniger Leute gab. Leider mussten wir auch im Litchfield zwei Campingorte verlassen, da uns die Fliegen einfach verrückt machten. Litchfield ist schön und ein Besuch lohnenswert, gut sind dort auch die riesigen Termitenhügel zu besuchen. Danach ging es weiter nach Darwin, wo wir einen Autoelektriker für Idefix suchten, denn die Frischluftzufuhr funktionierte nicht mehr und somitgab es auch keine Kühlung aus der Airco. So eine Reparatur konnten wir nicht aufschieben und bemühten uns um einen schnellen Termin.Schnell geht in Australien wenig und so fuhren wir noch einige Tagenach Berry Springs, bevor die Reparatur vorgenommen werden konnte. Berry Springshat einen tollen Tierpark sowie einen fantastischen Park, wo wir im warmenWasser schwammen.Darwin ist schön, eine richtige Stadt halt, die Campingplätze aber sündhaft teuer. Mit der gleichen Reparatur wurde auch das ständigeAufleuchten der Warnlampen für das Kühlwasser und der Batterie behoben. Soschön, keine ständig aufleuchtende Warnanzeigen mehr. Ohne weitere Verzögerung fuhren wir über den Mary River Parkin den Kakadu. Der Kakadu NP ist ein Traum und die Tage verflogen nur so. Wir besuchten einige geführte Rundgänge und Diavorführungen durch Rangers und konnten wiederum vielüber die Natur sowie Tierwelt dazulernen. Höhepunkte warender Besuch bei Ubirr, wo ein Ranger (Aboriginal) zweimal am Tag die Rock Art sowie viel über die Lebensgewohnheitender Aboriginals erzählt. Endlich sahen wir richtig schöneRock Art. dsc03043.JPG Der Kakadu NP fand ich persönlich als denbesten organisierten Park mit guten oder sogar sehr schönenCampingplätzen. Besonders bereichernd sind die vielen Führungender Rangers. Ein weiterer Höhepunkt war die Schifffahrt auf demYellow River, wo wir die Salzwasserkroks hautnah erleben konnten.Im Kakadu teilten wir mit einem der unzähligen Idefix-Bewundernein weiteres Idefix-Problem. Nämlich, dass die Spur nicht richtig eingestellt war und somit einer der zwei neuen Pneus, die wirin Alice kauften, schon wieder sehr, sehr stark abgefahrenwar. Der Idefix-Bewunderer wusste in Darwin eine Kontaktperson und gab uns eine detaillierte schrifltiche Problembeschreibung (falsche Spureinstellung mit mm-Angabe) mit. So ging es wieder zurück nach Darwin um dieses Problem zu beheben. Es ist nicht so, dass wir nicht wussten, wo das Problem lag. Wir besprachen dies auch in drei grösseren Orten mit mehreren Mechanikern, aber niemand hatte das dafür nötige Werkzeug. Die Kontaktperson verwies uns wiederum an jemanden anderen, da wurde uns abergeholfen und Idefix ist jetzt komplett i.O. (bitte Daumen drücken).Mataranka mit den Hotsprings ist ein absolutes “must” und die Uebernachtungim Elsy NP war super angenehm.In Lorella Springs (angrenzend zum Limmen NP) badeten wirwiederum in heissen Quellen. Schon nach kurzer Zeit im Wasserwurde ich durch etwas leicht gebissen. Aufgeregt spähte ich ins Wasser, was sich da so alles um mich tummelte, sah aber nurkleine harmlose Fische. Henk glaubte mir nicht wirklich und dachte, dass ich wohl eher durch einen Affen gebissen wurde. Ich blieb aber dabei, es hat mich etwas gebissen. Wie es kommen musste, ruderteHenk, nach ca. 5 Minuten, wie ein verrückter mit denArmen im Wasser und ich wusste, ahaaaa, auch er wurde gebissen. Traue keinen kleinen Fischen in warmen Wasser! In Lorella Springstrafen wir zum zweiten Mal Susi und Ruedi, die vor ein paarJahren aus der Schweiz auswanderten und seit dem Australien mit ihrem Oka bereisen. Susi und Rudi, die mit Heidiund Peter reisen, trafen wir von da an öfters.dsc01768.JPGLawn Hill fand ich bis jetzt etwas vom Schönsten und wäregerne länger geblieben, aber die Zeit drängt und wir müssenweiter nach Cairns. In Lawn Hill konnten wir im Fluss baden,wo ich sogar eine Süsswasserschildkröte sah. Für mich sinddas wunderbare Erlebnisse und ich will noch mehr Wasserschildkörten sehen,sie sind aber leider schwierig zu sehen. Wir machten einige wunderschöne Wanderungen, wo wir herrlich die Vögel beobachten konnten und mantrifft unterwegs auch immer wieder nette Menschen zum Plaudern.Die Australier machen es einem ja sehr einfach, um in Kontaktzu kommen und wir werden oft bei allen möglichen Aktivitäten angesprochen. So auch auf einer unserer Wanderung, wo wir mit einem pensionierten Ehepaar sprachen. Henk fragte während dem Gespräch, ob sie den graue Nomaden seien (so werden die pensionierten australischen Reisenden genannt). Die Frau mit einem jugendlichen Look, schaute Henk an, griff sich ins Haar und meinte: ”Ich bin blond und nicht grau, wir sind hier die Ausnahme”. Das war so lustig, dass ich noch Stunden nachher darüber lachen musste. Am anderen Ende des Parks, schauten wir eine Ausgrabungsstättevon versteinerten Knochen an. Leider gab es nur Knochenfragmente zu sehen und ich fand den Besuch nicht lohnenswert.

September 2008