Wir besuchten Mornington und trafen dort wiederum Sonja und Thomas.
Mornington ist ein privater Park und liegt
ca. 100 km von der Gibb River Road entfernt. Mornington war früher eine
Rinderfarm und hauptsächlich Freiwillige arbeiten noch heute daran,
dass Land von den Rindern zu befreien, damit sich die Graslandschaften
und die Wasserstellen für das “Wildlife” regenerieren können und sich
somit der Bestand von einigen bedrohten Tierarten erholen können. In
Mornington konzentrieren sie sich auf den
Schutz von einigen wenigen Tieren und versuchen dies langsam auszudehnen. Wir waren
von der Sir John Gorge begeistert und bewunderten dort den Sonnenuntergang und feierten
danach bei einem Glas Wein meinen 40. Geburtstag. Dabei konnten wir, zur
unserer grossen Freude, ein Eule beobachten, die das Licht benutzte um
Insekten zu jagen.
Die nächste Station war Charnley River Station, eine Rinderfarm, die
ca. 40 km von der Gibb River Road liegt. Nach der Ankunft besuchten wir
den Donkey Holes. Auf dem Weg dorthin sahen wir so viele Wallabies und
Kängurus wie nie zuvor und waren total begeistert. Kurz vor dem Donkey
Holes, entdeckten wir zwei Sittich Arten, welche wir bis jetzt noch
nicht gesehen haben und Agi schwebte im Himmel.
Auf dem Rückweg passierten wir eine tiefe Wasserstelle, welche abrupt
noch tiefer wurde und dabei wurde unser Ventilator zerschmettert, der
Kühlergrill stark beschädigt. Zum Glück konnten wir zur Farm zurück
fahren, welche nur zwei, drei Kilometer vom Wasserloch entfernt lag.
Dies war unsere letzte Fahrt für lange Zeit. Wir übernachteten sechs
Nächte in Charnley River Station bis uns Jeff mit einem Lastwagen
abholte und uns nach Derby transportierte. Es stellte sich schnell
heraus, dass Jeff auch etwas von Autoreparaturen versteht und als er uns
anbot das Problem anzuschauen, nahmen wir sein Angebot ohne zögern an.
Wir versuchten bereits in Charnley River
eine Garage zu finden, welche den Kühlergrill reparieren kann, doch
entweder hatten sie keine Zeit oder waren nicht die richtige
Anlaufstelle. Am Schluss sprachen wir mit einem Schweisser, wobei Henk
nicht überzeugt war, ob er den Kühlergrill reparieren kann. Somit waren
wir mit Jeff’s Vorschlag sehr einverstanden. Da er nach dem Abschleppen
müde war (ca. 340 km auf nicht asphaltierter Strasse), bot er uns an,
bei ihm auf dem Schrottplatz in der Nähe von seinem Haus zu campieren.
Wir konnten
dort sein Badezimmer benutzen und harrten dort schlussendlich 4 Nächte
aus, bis er den Kühlergrill repariert hatte. Dies klingt sehr lange,
aber hier braucht alles viel Zeit oder besser gesagt, viel kaltes Bier.
Jeff reparierte den Kühlergrill schlussendlich selber, weil die
Schweissfirma es nicht tun konnte und wir nicht zweifelsfrei einen
richtigen Kühlergrill bestellen konnten, da Iveco in Australien nicht
dieselben Bestellnummern wie in Europa haben. Das heisst, der
Kühlergrill ist zwar repariert, muss aber beim nächsten echten
Ivecodealer ersetzt werden, da er viel zu stark beschädigt war. Wir
gehen übrigens
davon aus, dass nicht das Wasser den Ventilator zerstört hat, sondern
sich der Motor bewegt hat und gegen den Rahmen vom Kühlergrill gestossen
ist und dabei der Ventilator zerstört wurde. Wir sind sehr enttäuscht,
dass bei so einem Auto, so eine Panne überhaupt möglich ist. Dies alles
hat uns viel, viel Zeit und Nerven gekostet sowie haufenweise Geld.
Nach ca. 12 Tagen Unterbruch können wir mit einer provisorischen Reparatur wieder in den Outback zurück, auf was wir uns wie verrückt freuen.