Nach Townsville fuhren wir ziemlich schnell und haben unterwegs nur
ein paar paradiesische Beaches angeschaut und übernachteten im
Paluma Range NP.
Der Campingplatz war so ein Absteller, dass wir
froh waren am nächsten Tag wegzukommen, ohne dass wir den
Park wirklich besucht haben. Da in dieser Zeit Schulferien
waren, gab es zu viele Leute, die einem Nachts laut schreiend wach
hielten und dazu waren die WC’s verdreckt.
In Townsville haben wir uns einen günstigen Campingplatz ausgesucht,
der eigentlich für ältere Menschen ab 50zig gedacht gewesen wäre.
Eigentlich bevorzugen wir solche Plätze, da sie im Normalfall sauberer sind,
als Plätze, welche direkt am Beach liegen. Dazu kommt, dass ältere Menschen öfters
kleine Hunde bei sich haben und dann darf ich immer so schön die
Hündchen streicheln. Ich vermiss halt meine Sissy. Townsville
ist eine super schöne kleine Stadt mit einer überwältigenden
Strandpromenade.
Am nächsten Tag fuhren wir mit der Fähre (ohne Idefix)
nach Magnetic Island. Das oberste Ziel war, wildlebende Koalas zu finden
und ich denke für Henk war es das Schnorcheln. Da bei unserer Ankunft der
Wasserstand optimal war, gingen wir zuerst Schnorcheln. Leider war
die Sicht ganz schlecht und wir sahen nichts! Janu, aber da waren
doch noch so kleine Bärchen…. Als nächstes wanderten wir zu den
Forts, wo man die Koalas am Besten finden kann. Die Wanderung
war langsam, da wir jeden Baum nach den Bärli absuchten.
Henk fand den Ersten und meinte: “sie sind ja so süss”.
Beim genaueren Hinschauen, sahen wir, dass sie noch ein “Baby” am
Bauch hatte. Der Ehrgeiz war geweckt und wir wollten natürlich
noch mehr sehen. Es gibt ca. 200 Koalas auf der Insel. Enttäuscht
bin ich an der Spitze bei den Forts angekommen, weil wir keine
weiteren Koalas mehr fanden. Dafür bot die Spitze einen
wunderbaren Ausblick rund um die Insel. Irgendwann löste ich den
Blick von der Weite und schaue auf die Bäume unter mir und was
sitzt denn da so schön in der Astgabel… ein Koalamännchen, oh
so schöööön. Auf dem Rückweg freuten wir uns natürlich auf das
Koalaweibchen mit dem Jungen. Aber nein, wir konnten es nicht mehr
finden. Das zeigt, wie schwierig es ist, die Koalas zu erspähen. Danach
ging es noch einmal an den Strand zum Schwimmen. Als wir so
zufrieden auf den Bus für den Strand warteten, meinte Henk nach
etwa 10 Minuten: “Du, wir sitzen auf der falschen Strassenseite!”.
Auch noch nach einem halben Jahr Australien ist „Linksfahren“
noch immer eine Herausforderung!
Von Townsville fuhren wir nach Bowen und verbrachten auch dort
einen schönen Tag am Strand und badeten in den hohen Wellen.
Da das Wetter ziemlich bewölkt war, fuhren wir weiter zum Cape
Hillsborough NP. Der Cape Hillsborough NP liegt direkt am Meer und
dort kommen sogar die Kängurus direkt an den Strand. Leider waren
wir ein paar Wochen zu früh, sonst hätten wir die Meeresschildkröten
beim Eierlegen beobachten können.
Bis jetzt haben wir noch keine Wale gesehen – und Mami, wir
Kommen nicht nacht Hause, bevor wir Wale gesehen haben –
und so suchten wir das Meer nach Walen ab,
die zu dieser Jahreszeit dort vorbei schwimmen, aber leider ohne Erfolg.
Cape Hillsborough ist ein prächtiger Park und unbedingt sehenswert.
Dort sahen wir die lang ersehnten Possums. Als es richtig Nacht war,
krabelten sie von den Bäumen runter und eines hatte sogar ein Kleines
am Bauch.
Kaum in Australien angekommen, hat sich gezeigt, dass die Moskitos
klar Henk den Vorzug geben und mich nur bei guter Gelegenheit kosten. In
Cape Hillsborough musste ich leider das Gegenteil lernen und ich
war übersät mit Stichen. Es ging ein paar Tage bis ich merkte,
dass dies keine Mücken, sondern Sandflies waren.
Danach besuchten wir den Eungella NP, wo wir Platypusse sehen
wollten. Gerade an der Grenze zum Park gibt es einen Aussichts-
punkt, wo Platypusse gesehen werden können. Dies nutzten wir
sogleich und obwohl Platypusse meistens in der Morgen- oder
Abenddämmerung gesichtet werden, sahen wir unseren Platypus
bereits nach einer Minute am Morgen um 11.00. Ziel erreicht
und so zogen wir weiter nach Agnes Water.
Agnes Water liegt am Meer und ist ein kleines hübsches Dorf. Der
Name Agnes kommt übrigens von einem Schiff, was gesunken ist
und nie gefunden wurde..
Wir übernachteten auf einem kleinen Campingplatz, wo das Wasser
rationiert war und so ging bereits nach 4 Min. duschen das Wasser aus.
Da ich noch nicht fertig war, hüpfte ich in die nächste Dusche,
aber nein, nein! da gab es auch kein Wasser mehr. Auch einige
Minuten Warten brachten kein neues Wasser und so musste ich mich
bei den Lavabos fertig waschen. Es war ein Eco-Camping.
Dieser Campingplatz war richtig schön mit wilder Natur umgeben
und so war es keine Ueberraschung,
dass morgens zwei Kängis vor dem Auto grasten. Wir konnten dort
auch zum ersten Mal die King Parrots sehen.
Der King Parrot ist für mich einer der schönsten Papageien.
Mami, damit Henk sicherstellen konnte, dass wir Wale sehen
werden und wir somit irgendwann wieder nach Hause kommen können,
buchte er eine Whale Watching Tour in Hervey Bay. Bis November
ziehen die Weibchen mit ihren Kälbern zur Antarktis
und können dann in Hervey Bay wunderbar gesichtet werden.
Wie Schiffsfiguren standen wir fast 6 h ununterbrochen vorne
an der Relling, damit wir auch nichts verpassten und war am
Ende der Tour steif gefroren. Nach etwa zwei Stunden
sahen wir den ersten Wal mit ihrem Kalb. Es war so überwältigend.
Wir sahen mind. 30 verschiedene Wale mit ihren Kälbern.
Am Schluss sahen wir sogar noch zwei Greenturtles beim “sex on the
sea”. Dies war für mich der schönste Ausflug überhaupt. Oh, fast
hätte ich es vergessen, wir konnten die Wale sogar hören, da
der Captain ein Mikro ins Wasser hielt. Vielleicht werden wir
noch mehr auf Fraser Island sehen?
Den Campingplatz, den wir auf Hervey Bay auslasen, war einer der
seltsamsten Plätze bis jetzt. Wir denken, dass wir die einzigen
Reisenden auf diesem Platz waren, alle Anderen schienen dort
permanent zu leben und wir wurden auch gefragt, ob wir denn
Gäste seien. Die Menschen die dort lebten waren herzlich und
wie die meisten Australier sehr aufgschlossen. Wieder durften
wir hinter die Kulisse von Australien schauen.