Gawler Ranges bis Bunbury
Ein Wald voller riesiger, stolzer Karri und Jarra Bäume
Die Reise durch den Nullarbor dauerte drei lange Tage, dazwischen gab
es keine Dörfer, nur hin und wieder ein einsames Roadhouse, keine
Hügel, nur eine weite Ebene. Noch heute schwanken meine Gefühle, ob mir
diese Fahrt gefallen hat oder nicht. Die Vegetation während dieser drei
Tage änderte sich kaum merklich, wenn wir aber genau hinschauten,
konnten wir trotzdem immer wieder viele kleine Veränderungen entdecken,
was die Reise wiederum schön machte. Hier in Australien lernte ich die
Wüstenlandschaft zu lieben. Die erste Nacht verbrachten wir bei einem
Roadhouse. Der Campingplatz war viel zu teuer und für die Duschen
mussten wir noch extra bezahlen. Na ja, dumm gelaufen, dafür bekamen wir
abends von einem alten Dingo Besuch. Wir hofften so sehr, dass wir vor
unserer Abreise noch einmal einen Dingo sehen werden. Der Dingo zeigte
überhaupt keine Scheu und kam bis auf einen Meter zu uns ran, was für
uns zu nah war, den der Dingo sieht zwar aus wie ein Hund, ist aber ein
wildes Tier. Am zweiten Tag hatten wir sehr heisses Wetter (ca. 45
Grad). Am Abend fing es dann an zu tröpfeln und der Regen brachte
kühlere Temperaturen mit. Der ganze nächste Tag war bedeckt und
regnerisch, für uns war dies kaum fassbar, denn wir befanden uns ja
schliesslich mitten in der Wüste.
Nach dieser langen Fahrt, waren wir dann doch froh, endlich Esperance in Western Australia erreicht zu haben.
Esperance mit seiner Umgebung hat viel zu bieten. Esperance hat einen
schönen Jetty und dort lebt ein Seehund namens Sammy. Jedes Mal, wenn
wir den Jetty besuchten, war Sammy auch da. Henk hat Sammy treffend mit
unserer Katze, Sissy, verglichen. Wenn es ums Fressen geht, ist Sissy
nicht mehr zu halten. So war es auch mit Sammy, der es gewohnt war, von
den Fischern mit Fischabfall gefüttert zu werden. Immer, wenn ein
Fischer mit seinem Eimer auf dem Jetty lief, schwamm Sammy total
aufgeregt und freudig dem Angler nach, in der Hoffnung etwas zu
bekommen. In Esperance besuchten wir einen kleinen Betrieb, der aus
Fischhaut Leder herstellt. Ladies, ich sag Euch, die machen Hand- und
Brieftaschen, ein Traum, vor allem die Produkte von den Manta-Rays!
Dieser kleine Betrieb bezieht die Fischhäute von den Fischern aus der
Umgebung – wir fanden es eine tolle Idee.
Wir besuchten den Cape le Grand NP, der sich durch seine einmalig
wunderschönen Strände auszeichnet. In Lucky Bay konnten wir die Western
Grey Kangaroos beobachten, wie sie am Strand Seegrass frassen. Der Sand
dort ist so fein, dass er beim darüber laufen wie Schnee knirscht. An
einem menschenleeren Strand, wurden wir sogar durch einen Seehund
besucht.
Wir fuhren bis Albany der Küste entlang und genossen die herrlichen
Strände sowie die wunderbaren Ausblicke aufs Meer. Immer wieder sahen
wir spielende oder jagende Delphine. Am Quagi Beach konnten wir eine
grosse Gruppe Delphine beobachten, die uns ein herrliches
Wasserschauspiel vorführten. Für uns gehörten solche Momente zu den
schönsten Augenblicken unserer Reise und wir sind dankbar, dass wir all
dies erleben durften.
Kaum passierten wir Denmark, fuhren wir in einen Wald mit riesigen Bäumen. Dies war so ein herrliches Gefühl. Beide hatten wir es vermisst, in einem Wald zu laufen, den frischen Duft der Bäume zu riechen, vor allem kurz nach dem Regen, wenn sich der prägnante Duft der Eukalyptusbäume ausbreitet. Insbesondere liebten wir es im Warren NP und in Greens Island zu sein, wo wir fantastische Campingmöglichkeiten hatten und wir besonders gut Vögel beobachten konnten. In Donelly’s River Mill sahen wir unsere letzten Kängurus und Emus, dabei wurde es mir ganz schwer im Herzen, denn es war Zeit, um sich langsam aber sicher von der australischen Natur zu verabschieden, da wir unsere letzten Wochen mehr in Stadtnähe verbringen wollten. Das einzig lästige im Wald waren die stechenden Marchflies, da die Red Gumtrees blühten. Die Viecher flogen manchmal in ganzen Gruppen um uns rum und versuchten unser Blut abzuzapfen. Trotzdem fanden wir es im Wald so schön, dass wir die verschiedenen Plätze noch einmal besuchten, nachdem wir einiges für unsere Weiterreise nach Afrika in Bunbury organisiert hatten.
In Bunbury brachten wir Idefix, für einen grossen Service, zu einer Iveco-Garage, was problemlos über die Bühne ging. Weiter mussten wir Offerten für die Schiffreise von Idefix nach Afrika einholen, für die Einfuhr von Idefix in Südafrika ein neues Carnet des Passage bestellen und vieles, vieles mehr.
Mit all den Vorbereitungen für Afrika, wuchs unsere Vorfreude, um nach Afrika zu reisen mit jedem Tag mehr und mehr.
März 2009