Von Fraser Island/Inskip Point fuhren wir direkt nach Canungra. Canungra ist ein kleines Dorf
in der Nähe des Lamington NP. Wir fanden dort einen super kleinen und einfachen
Campingplatz der viel Natur bot.
Der Campingplatz liegt an einem kleinen Fluss,
wo wir zum zweiten Mal Platypusse sahen. Noch vor dem Frühstück drängte ich Henk
zum Fluss, da in der Morgen- und Abenddämmerung die Chancen grösser sind, Platypusse
zu sehen. Nach etwa 10 Min. sahen wir Pale-headed Rosellas beim Fressen. Noch
nie hatten wir diese Papageien so nah gesehen. Nach etwa einer halben Stunde
zeigte sich dann auch der Platypus. Die Platypusse tauchen nach ca. einer Minute
an die Oberfläche zum Luft holen. Sie schwimmen dann ein bisschen an der Oberfläche
herum, um danach wieder abzutauchen und im Schlamm nach Nahrung zu stochern.
Danach gab es (endlich) Frühstück (für Henk).
Am Vormittag besuchten wir das Marian Valley. Das Marian Valley ist für mich
ein kleines Lourdes, aber ruhig und menschenleer. Ein wirklich schöner Platz
um aufzutanken und einige Stunden zu verweilen. In Marian Valley gibt es
in einer grossen, wunderschönen Parkanlage verschiedenen Marien-Schreine inmitten
des Dschungels. Zu jedem Maria-Schrein gibt es eine Beschreibung, woher das Maria-
Bildnis kommt und welche Geschichten dahinter liegen. Bspw. wurde die Grotte von
Lourdes nachgebaut. Für mich war das schönste Maria-Bildnis “our Lady of the
southern Cross”, welches am Fuss eines riesigen Baumes im Urwald steht.
Beeindruckend war auch der Leidensweg Christi dargestellt und auf der gesamten
Strecke waren Fürbitten aufgehängt.
Der Besuch hat viel länger gedauert als wir dachten, so dass wir dort
unter grossen Bäumen unseren z’Mittag assen. Wir hatten unser Picknick
noch nicht fertig ausgepackt, als die ersten Vögel schon mitessen wollten.
Grundsätzlich füttern wir keine Tiere (keine Regel ohne Ausnahme), da die
Tiere danach sehr aufdringlich werden. Es kam wie es kommen musste. Kaum
hatte ich ein sehr grosses Stück Wurst abgeschnitten und auf den Tisch
gelegt, wurden wir von einem Kookaburra überfallen und wir sassen ohne
Wurst am Tisch. Der Angriff ging so schnell, dass wir nicht wussten, was
da gerade passiert war. Und da sahen wir den frechen Vogel am Boden mit
seiner Beute sitzen. Am späteren Nachmittag fuhren wir zum Lamington NP und machten
dort eine Dschungel-Wanderung (Bina-Burra). Während der Wanderung war es
unangenehm frisch und dieses Stück des Urwaldes war sehr dunkel. Kaum waren wir
aus dem Urwald heraus sahen wir super kleine Kängurus, King Parrots und
die ersten Crimson Rosellas. Auf der Rückfahrt entdeckte Henk einen Blutegel
an einem seiner Finger, was wir natürlich unglaublich “grusig” fanden und er
darauf ziemlich abrupt anhielt, um den Parasit loszuwerden. Später fand ich noch
einen im Auto, worauf wir alle unsere Kleider wechselten und uns gegenseitig
nach weiteren “Tierli” absuchten. Logo, Henk musste den Blutegel aus dem Auto entfernen.
Am nächsten Morgen fuhren wir zu den Green Mountains, am anderen Teil
des Lamington NP. Es gibt dort ein Resort, welches Vögel füttert. Das
wollten wir natürlich sehen. Früh am Morgen kamen wir dort an und stellten
fest, dass die Vögel erst ab 11.00 gefüttert werden. Wir liefen dann Richtung
Dschungel und da waren sie. Es hatte unglaublich viele Crimson Rosellas
und einige King Parrots. Die flogen den Besuchern auf den Kopf, Schulter
oder vor die Füsse. Sogar als wir im Dschungel drin waren, flogen die
Papageien mit uns und setzten sich wieder auf den Kopf von Henk.
Oh, es war so schön. Bevor die Vögel von Touristen gefüttert wurden,
waren wir schon wieder weg und freuten uns, dass wir so viele Papageien
nur für uns hatten.
Am Nachmittag fuhren wir wieder zum anderen Teil des NP (Bina-Burra),
um dort noch die Caves-Wanderung zu machen, denn dort gibt es Koalas.
Leider hatten wir dieses Mal kein Glück und wir müssen auf die nächste
Gelegenheit warten.
Am nächsten Morgen zogen wir weiter nach Byron Bay, wo Post auf uns
wartete. In Byron Bay war es sehr bewölkt und dazu gab es sehr viele Leute.
Wir fanden es nicht schön und so fuhren wir weiter Inland, den Clarence
River entlang nach Grafton, wo wir uns zwei Tage Zeit nahmen um die
wichtigsten Dinge zu erledigen, wie waschen, Website nachführen und vieles
mehr. Grafton ist eine hübsche Stadt. Fast alle Strassen haben Jacaranda-Alleen.
Leider ist dies alles, was wir von Grafton sahen, denn wir hatten schlicht
zu viel zu erledigen.