Mozambique

Mozambique, Mozambique hat dies nicht ein wunderbarer Klang? Für mich klingt es sehr exotisch und nach Abenteuer.

Mozambique hat kilometerlange, weisse Sandstrände, die mit Muscheln geziert sind, Kokospalmen so weit das Auge sieht, warmes Meer und wie überall in Afrika eine unglaublich junge Bevölkerung (ca. 50 % der Einwohner sind unter 15 Jahre alt!).

Von Malawi aus fuhren wir über einen kleinen Grenzübergang (Chiponde) nach Mozambique. Die Zollformalitäten konnten wir schneller abwickeln, als uns von anderen Reisenden angedroht wurde und nach etwas über eine Stunde waren wir in Mozambique. Unser Ziel war Nacala, das in der Nähe von Ilha de Mozambique liegt, das noch zwei Tagesreisen entfernt lag. Da die von uns gewählte Strecke, weit weg von allen Touristenorten lag, gab es für die erste Übernachtung keinen Campingplatz. Auf unserer GPS-Karte (TA) war ein Picknick-Platz eingetragen und wir hofften, dass sich dieser Platz für unsere Übernachtung eignen würde. Da die Sandstrasse in einem sehr schlechten Zustand war, img_1579.JPGkonnten wir nicht mehr als 35 km/h fahren und als wir endlich den ersehnten Picknick-Platz erreichten war es Nacht. Dieser Platz eignete sich schlecht für die Übernachtung, aber da es bereits so dunkel war, wollten wir nicht mehr weiter fahren. Es ist gefährlich in Afrika nachts zu fahren, es gibt zu viele Menschen und Tiere auf der Strasse und natürlich keine Beleuchtung. Kurz bevor wir den Picknick-Platz erreichten, sahen wir Menschen am Strassenrand, die wollten wir fragen, ob es möglich war, dort bei diesem Platz oder bei der Dorfschule zu übernachten. Als wir die paar 100m zurück fuhren, war keine Leute weit und breit mehr zu sehen, dazu waren alle Hütten dunkel. Nach einiger Zeit suchen, stiessen wir auf eine Gruppe junger Leute. Henk stieg aus dem Auto aus, um mit ihnen zu sprechen. Dummerweise hatten die Leute so viel angst vor uns, dass sie alle davon liefen und sich im Gebüsch versteckten. Henk stand schlussendlich ganz alleine da, mit erhobenen Händen. Trotz unserem Stress einen Schlafplatz zu finden, mussten wir über dieses Erlebnis lachen, hatten aber auch gelernt, dass wir einen Campingplatz bei Licht suchen müssen. Schon bei Tageslicht stellten wir fest, dass diese Route nicht all zu oft von Weissen befahren wird, da einige der kleinen Kinder davon rannten, wenn sie uns sahen und nicht wie üblich uns zu winkten.
So blieb uns nichts anderes übrig, um weiter zu fahren. Zum Glück war der nächst grössere Ort (Malema) nicht mehr weit. Das erste grössere Gebäude, welches wir sahen war ein Spital. Dort hielten wir an und erkundigten uns, ob wir auf dem Spitalgelände übernachten könnten. Du kannst Dir sicher vorstellen, dass die Spitäler in Schwarzafrika nicht ganz gleich sind, wie bei uns in Europa. Da gab es keinen Empfang oder eine Anmeldung und wir konnten niemanden finden, der englisch sprach. Wir sprachen mit Spitalbesuchern, die einige Wörter englisch sprachen. Sie deuteten uns an zu warten. Wir wussten nicht auf was wir warteten, aber wir entschieden uns dies zu tun, denn allzu viele Möglichkeiten hatten wir nicht. Wir warteten und warteten und warteten, bis die zwei Besucher uns schlussendlich andeuteten, ihrem Moped nach zu fahren. Wohin, wir hatten keine Ahnung, wir fuhren ihnen aber dennoch hinten nach. Nach 5 Minuten waren wir am Ziel: bei einem Hotel. Der eine Spitalbesucher übernahm für uns die Kommunikation und klärte ab, dass wir auf dem sicheren Hotelgelände campieren konnten. Das war ja super, gab es auch ein WC, welches wir benutzen konnten? Nein, es gab kein WC. Falls wir ein WC wünschten, müssten wir ein Hotelzimmer für die Nacht nehmen. Wir versuchten noch über den Zimmerpreis zu verhandeln, da wir ja nur das WC benützen wollten, die Hotelangestellte blieb aber hart und wir mussten den vollen Zimmerpreis bezahlen (dies ist in Afrika üblich, da wird über jeden Preis verhandelt). Nun hatten wir das Interesse unseres Helfers vom Spital geweckt. Er wollte wissen, ob wir tatsächlich im Auto schlafen wollten, wenn wir doch ein so (für ihn) schönes Hotelzimmer hatten! Für ihn war es unvorstellbar, dass wir im Auto einen höheren Komfort als in diesem Zimmer hatten. Das Hotelzimmer war nach unserem Massstäben sehr einfach, aber ich denke, für unseren Helfer, war es vielleicht das schönste Zimmer, das er je gesehen hat, denn die Menschen in Mozambique sind sehr, sehr arm. Unendlich müde und dankbar, dass wir eine sichere Übernachtung gefunden hatten, vielen wir in dieser Nacht (im Idefix) in einen traumlosen Schlaf. Am nächsten Morgen frühstückten wir wie richtige Camper vor unserem Auto und wir waren bestimmt ein seltsames Bild.
Die zweite Übernachtung war auf einem Campingplatz an einem kleinen Damm. Die schlechten Strassen setzten uns zu, vor allem Henk, er hatte durch die strapaziösen Strassen fast einen Hexenschuss bekommen. Am Tag darauf erreichten wir endlich Nacala, wo wir nach einigem Suchen unseren gewünschten Campingplatz am Meer fanden. Damit wir uns vor der strengen Fahrt erholen konnten, blieben wir dort drei Nächte, bis wir nicht mehr länger warten konnten und endlich nach Ilha de Mozambique fuhren. Nacala war übrigens der nördlichste Punkt unserer Afrikareise.

Ilha de Mozambique ist… ja, was? Atemberaubend, unvergesslich, interessant, voller Ruinen, exotisch, farbenreich, arm, aber auch reich durch seine fröhlichen und freundlichen Bewohner, so wie ich mir Kuba vorstelle.
Damit wir die Insel so richtig geniessen konnten, entschieden wir uns auf der Insel ein Hotelzimmer zu nehmen, da es auf Ilha de Mozambique kein Camping gibt. Wir stellten Idefix auf dem gesicherten Parkplatz unseres Hotels ab und genossen ein richtiges Bett sowie ein eigenes Badezimmer in unserem Zimmer. Ilha de Mozambique ist sicher für Touristen, so dass wir uns auch am Abend frei auf der Insel bewegen und die fantastische Küche von Ilha richtig genießen konnten. Die Kinder auf der Insel sind alles andere als scheu. img_1651.JPGimg_1647.JPGOft fragten sie nach “Foto”, wenn sie unsere Kamera sahen und wollten danach Selbstverständlicherweise das digitale Bild auf der Kamera sehen und dabei selber auf alle Knöpfe drücken. In den Ruinen leben viele Familien und manchmal sieht es so aus, als ob ihnen bald das obere Stockwerk auf den Kopf fällt. img_1700.JPGimg_1633.JPGVor dem Bürgerkrieg waren es die Herrschaftshäuser der Portugiesen, die aber alle miteinander wegen des Bürgerkrieges die Insel verliessen. Von diesem Prunk ist nur noch wenig zu sehen und die Häuser sind nur teilweise wieder renoviert worden.img_1683.JPG
Für uns zählten diese Tage auf der Insel zu den schönsten unserer gesamten Reise und wir werden die Eindrücke in unseren Herzen bewahren und hoffentlich, irgendwann wieder nach Ilha für ein paar Tage zurück kehren.

Nun fuhren wir Richtung Süden und machten einige Abstecher zum Meer, wo wir jeweils mehrere Tage blieben, um Strand und Meer zu geniessen. Für richtige Beachferien sind wir allerdings noch zu früh in der Saison (es ist noch immer Winter) und es ist noch nicht so heiss, wie wir uns dies für Badeferien wünschen würden. So genossen wir vor allem Strandspaziergänge.img_1783.JPG
dsc02710.JPGDer allerschönste Platz am Meer war für mich Farol der Barra bei Inhabame, wo wir die Buckelwale vom Strand aus beobachten konnten.dsc07036.JPG Der Campingplatz liegt auf einer Düne und die Sicht aufs Meer ist einzigartig schön. So sassen wir auf unserem schönen Platz, gerüstet mit Fernglas und Kamera und genossen die atemberaubende Aussicht sowie die Wale, wie sie schwammen, sprangen und dadurch riesige Wasserfontänen in die Luft spritzten. Glaub mir, es ist noch viel schöner, als dass ich es beschreiben kann. Der Höhepunkt war eine Fahrt in einem Schlauchboot, das uns direkt zu den Walen brachte. Die Wale waren zum Greifen nahe. Ein Fisch mit einer Länge von 25 m, der mit seinem Kalb direkt neben dem Gummiboot schwimmt.img_1772.JPG Was für unvergesslichen Augenblicke einer Reise, nicht?

Nach fast einem Monat Mozambique sind wir für ein paar Wochen ins Schlaraffenland Südafrika zurückgekehrt. Es ist total schön, nach Monaten wieder in reich bestückten Supermärkten einzukaufen.

Idefix hat sich wiederum super bewährt. Zurück in Südafrika haben wir zwei von den vier Stossdämpfern ersetzen lassen und freuen uns auf die Weiterfahrt in den Krüger.

September 2009

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