Samstag, der 13. Juni 2009, Was für ein Tag!
Samstag, der 13. Juni 2009, begann unspektakulär und wir machten uns morgens auf, um den Nxai Pan NP weiter zu entdecken.
Wir erreichten den Nxai Pan NP bereits vor zwei Tagen und konnten nicht wie geplant, die ersten zwei Nächte auf dem Camping bei Baines’s Baobab verbringen, da der Regen den Weg über die Pfanne unüberwindbar machte. So wurden wir beim Gate direkt zum South Camp verwiesen, wo wir insgesamt drei Nächte campierten. Die Ranger machten uns aufmerksam, dass wir wegen dem Regen nicht viele Tiere sehen werden, da es im ganzen Park nach dem Regen so viel Wasser gab und daher die Tiere die Wasserlöcher nicht aufsuchten. Die ersten zwei Tage waren tatsächlich, was die Tiere anbelangte, nicht sehr spannend. Die Herausforderung lag bei den nassen und rutschigen Strassen, was teilweise für uns kein grosser Spass war. Der Dreck spritzte während der Fahrt bis zu den Fenstern hoch und Idefix rutschte teilweise in den tiefen Fahrspuren umher, was uns ein sehr ungemütliches Gefühl gab.
An diesem Tag verliessen wir das Camp erst um 09.00 morgens, da wir nicht sehr motiviert für den Morning-Drive waren. Nach ca. einer Stunde sah ich die Silhouette einer grossen Katze.
Agi: “Ui,ui, da ist ein Löwe mit seinem Jungen!”
Henk: “Nein, kein Löwe, das ist ein Gepard!”
Agi: “Nein, nein, kein Gepard, das ist ein Leopard, ein Gepard ist höher!”
Henk: “Unglaublich, ja, das ist ein Leopard mit seinem Jungen, was für ein Glück!”
Wir konnten den Leopardin ca. eine Viertelstunde beobachten, bis sie mit ihrem Jungen im Dickicht verschwand. Wow, was für ein Erlebnis.
Nach ca. drei Stunden kamen wir zum Camp zurück und bereiteten dort unser Mittagessen vor, noch immer total aufgestellt über unser Erlebnis mit den Leoparden.
Um 15.00 wurde Henk unglaublich kribbelig und es gab für ihn kein Halten mehr. Henk wollte den Leopard noch einmal sehen und so fuhren wir wieder los. Nach ca. einer Viertelstunde fotografierte ich einen Vogel, während dem Henk zwei Löwinnen erspähte. Wir beobachteten die Löwinnen, wohin sie gingen und fuhren in dieselbe Richtung. Nach ein paar Minuten fand sie Henk wieder und entdeckte noch einen Löwen dazu, der den Löwinnen folgte. Der Löwe kam direkt auf uns zu und nach ein paar Minuten überquerte er vor unserem Auto gemächlich die Strasse. Nein so was, da sahen wir drei Löwen. Auf dieses Ereignis warteten wir schon seit Wochen.
Eine Stunde später sahen wir drei …, ja was?
Agi: “Das sind Hyänen, schau doch, wie das “Füdli” abfällt.”
Henk: “Nein, Hyänen sind grösser, sind das Wildhunde?”
Agi: “Nein, Wildhunde sehen anders aus, was meinst Du zu Löffelhunden?”
Henk: “Nein, keine Löffelhunde, vielleicht doch Hyänen?”
Wir spekulierten noch lange und konnten schlussendlich die Tiere mit unserem Tierbuch identifizieren. Es waren Erdwölfe, die scheinbar, sehr selten zu sehen sind.
Langsam wurde es dunkel und wir machten uns auf den Rückweg. Kurz vor dem Camp überquerten noch einmal zwei grosse Katzen die Strasse. Wir schauten uns an, glaubten unseren Augen nicht, denn da liefen zwei Geparden vor dem Auto über die Strasse.
Wahrscheinlich scheint dies für Euch, liebe Leser, nicht so spektakulär zu sein. Aber ich kann Euch versichern, dass dies ein sehr ungewöhnlicher Tag war und wir so viel Glück hatten, dass wir es kaum fassen konnten. Ich sagte zu Henk: “Gott hat heute für uns den Himmel aufgetan, den dies ist ein mehr als ungewöhnlicher Tag.” Schnell sandte ich noch ein paar Herzenswünsche zum Himmel, denn ich hatte das Gefühl, heute ist nichts unmöglich.
In der Zwischenzeit war es dunkel und wir hatten noch fünf Minuten bis zu unserem Camp, wo wir beinahe mit Idefix im Schlamm stecken geblieben wären. Aber mit Low-Low-Gear brachte Henk Idefix nach ein paar Minuten aus dem Schlamm und wir erreichten überglücklich unser Camp!
Als wir den Park verliessen, wollte der Ranger wissen, was wir alles sahen. Der Ranger war mehr als verblüfft und stolz präsentierten wir ihm unsere Fotos, damit er uns auch glaubte. Seine Augen wurden bei jedem Bild grösser und grösser. Mit unseren Bildern zeigten wir ihm, dass es im Park Erdwölfe gab, was er offensichtlich vorher nicht wusste.