Alice Springs und die East Mac’s

Alice Springs gefiel uns sehr gut. Die Stadt ist klein, hat ein schönes, belebtes
Zentrum mit guten Einkaufsmöglichkeiten und netten Strassencafes.

Für uns jedoch war der Höhepunkt von Alice Springs der Desert-Park. Der Park ist schön
angelegt und stellt die Tier- und Pflanzenwelt des roten Centers vor. Es gibt
herrliche Vogelvollieren, wo man teilweise hineingehen darf und so kamen wir den
Vögeln sehr nahe. Am Nachmittag gab es eine Raubvogelvorstellung mit Raubvögeln vom
Park, aber auch mit wildlebenden Vögeln, die einfach mit an der Show teilhaben und
gefüttert werden wollten. Das tollste war, als einer der grossen Raubvögel, ein Emuei
mit einem Stein öffnete. Diese Raubvögel tun dies auch in der Wildnis.

Der Park bot uns eine gute Gelegenheit viele Tiere zu sehen, die wir in der Wildnis
noch nicht gesehen oder auch schlicht nicht sehen wollen (damit meine ich bspw.
verschiedene giftige Schlangenarten). Bis jetzt haben wir in der Wildnis erst
zwei Schlangen, dafür schön grosse, gesehen.

Es war gut, dass uns Alice so gut gefiel, denn der Ersatz des Radiators brauchte
wiederum Geduld und viel Zeit. Dieses Mal lag es an der Post. Unsere Ersatzteile, die
wir in Europa bestellten, brauchten enorm viel Zeit, bis sie endlich ankamen. Sogar
die Expresslieferung brauchte Wochen bis sie endlich da war, die Gründe dafür
waren vielfältig.

Idefix ist jetzt gefixt und er hat einen Service sowie zwei neue Pneus (vorne)
bekommen.

Die East Mac Donnells werden uns grossartig in Erinnerung bleiben. In den Parks
hatte es allgemein wenig Besucher und es wurden Campingplätze geboten, welche nur
mit 4 WD zugänglich waren. Diese haben wir jeweils ausgewählt und waren überall,
ausser in Ruby Gap, die einzigen Camper.

In Emily Gap konnten wir Rock Arts anschauen, welche um Caterpillar Dreaming
(von der Raupe zum Schmetterling) handelten. dsc01535.JPG

Die Rock Art Sites, die wir bis jetzt gesehen haben, waren meiner Meinung nach alle sehr bescheiden. Damit meine ich, dass wir die Bilder teilweise sehr schwierig erkennen konnten.
Auch die Angaben über die Zeichnungen fand ich viel zu knapp. Oft wussten wir
nicht, was alles dargestellt wurde und die Altersangaben waren schlicht für die
“Füchse”. Bei Emily Gap waren die Zeichnungen sehr gut zu erkennen, es handelte sich
aber nur um eine Felswand, die man besichtigen konnte. Viele Orte, wo sich Rock
Arts befinden, sind für die Aboriginals heilige Orte und daher überhaupt nicht zugänglich.
Teilweise wurden die Rock Arts leider durch Touristen beschädigt. Bis jetzt
haben wir Rock Arts immer selber besucht und noch an keiner geführten Tour teilgenommen.

In der N’Dhala Gorge konnten wir uns dafür so richtig ausleben, da man dort ungefähr
5′900 Petroglyphen auf eigene Faust entdecken kann. Die meisten Petroglyphen wurden
vor ca. 2′000 Jahren gemacht, einige können aber auch bis 10′000 Jahre alt sein.dsc01449.JPG
Die N’Dhala Gorge hat mir sehr gut gefallen, da wir wegen des uneingeschränkten Zutrittes in der Schlucht, die in Stein gemeisselten Zeichnungen selber finden konnte.

Lange diskutierten wir hin und her, ob wir Ruby Gap überhaupt besuchen sollen oder
ob es besser ist, sofort in den warmen Norden zu reisen. Inzwischen hatten wir die
Kälte schon so satt und sehnten uns nur noch nach warmen Sonnenschein.

Die Ruby Gap wurde 1886 entdeckt und der Entdecker, David Lindsay, glaubte, dass
er im Flussbett Rubinen fand. 1887 waren über 200 Männer in der Gegend, um nach
Rubinen zu suchen. Leider handelte sich bei den Funden nicht um Rubinen, sondern
nur um wertlose Halbedelsteine. Die Endtäuschung dieser Männer muss dazumal
grenzenlos gewesen sein. Diese falschen Rubine können angeblich leicht in Ruby Gap
gefunden werden und da wir von Gemtree bereits wussten, wie sie aussehen, wollten
wir, oder besser gesagt ich auch dort hin. Mein Wunsch wurde von Henk
unterstützt und so machten wir uns nach Ruby Gap auf. Die Anreise zu Ruby Gap
war beschwerlich und für ca. 30 Km brauchten wir 2 Stunden, da die Strasse
eine wirkliche Herausforderung für jeden Fahrer ist.dsc01463.JPG

Eine Stunde lang fuhren wir, ohne dass wir einem Auto begegneten und so
dachten wir, dass wir wahrscheinlich die einzigen Besucher sein werden. Aber
nein, die Ruby Gap war gut besucht. Es schien, die falschen Rubine zogen
nicht nur uns dort hin. Die Ruby Gap ist, abgesehen von den falschen Rubinen,
die Reise wert. Die Schlucht ist wunderschön. Es gab sogar noch Wasserlöcher
mit etwas Wasser drin und mit einiger Geduld hätte man wahrscheinlich
Wallabies oder Dingos sehen können. Die Halbedelsteine konnten wir tatsächlich
leicht finden. Teilweise glitzert die Oberfläche lila auf und es lagen
unzählige winzige rote Splitter und auch sehr, sehr kleine Steinchen rum.
Nach unserer Suche glaubte ich, dass wir sicher so grosse bzw. kleine
Steinchen wie in Gemtree fanden. Als wir allerdings unsere Beute mit den
gefunden Steinchen aus Gemtree verglichen, war ziemlich schnell klar,
der Fund in Gemtree war viel besser! Henk und ich würden aber sofort wieder
gehen, da es einfach schön war und die Schlucht sehr, sehr viel fürs
Auge zu bieten hatte und besonders schöne Plätze für Bushcamping boten.
Trotz allem Schönen in Ruby Gap, machten wir uns, nach einer kalten Nacht
im Park, Richtung Norden und Sonne auf.

August 2008

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