Keep River und Bungle Bungles NP
Entgegen unserer ursprünglichen Planung, verzichteten wir auf weitere Reiseziele an der Gibb River Road
und fuhren in zwei Tagen von Derby nach Kununurra, da wir das Gefühl hatten, dass unsere Zusatzbatterien
während der Fahrt nicht gut aufladen.
Wir waren aber froh, dass die provisorische Reparatur des Radiators so
gut funktionierte. In Kununurra konnten wir die Batterien auf dem Campingplatz gut aufladen und fuhren am
nächsten Tag in den Keep River National Park.
Zwei Nächte verbrachten wir im Keep River National Park. Dieser Park ist unglaublich schön.
Wir machten alle offenen Wandertouren und sahen dort die ersten Rock Art Paintings.
Leider gibt es keinerlei Angaben, wie alt die Felszeichnungen sind. Teilweise waren die Rock
Art Paintings sehr schwierig zu entdecken, weil sie nur ockerfarben und sehr stark verblasst sind. Sobald
wir sie gefunden hatten, konnten wir dann idR erkennen, was für ein Sujet gemalt wurde. Henk und
ich waren wieder einmal das optimale Team. Henk fand die alten Farbfragmente und ich erkannte was für ein Sujet dargestellt wurde. Es gab zwei, drei Zeichnungen, die so neu aussahen, als wären sie erst gestern
aufgemalt worden, was dann irgendwie ziemlich fremd aussah.
Leider waren die Wanderrouten teilweise geschlossen und so konnten wir lediglich zwei Plätze
mit Rock Art Paintings besuchen. Abends im Camping machten wir ein herrliches Lagerfeuer. Henk hat uns
wunderbares Fleisch gegrillt und wir konnten uns zudem am Feuer wärmen. Es ist hier nachts kalt, meistens
sehr kalt und wir müssen uns warm anziehen. Auf dem Campingground waren nur wenige andere Besucher. Es war so toll, dass wir am liebsten noch länger geblieben wären, aber die Bungle Bungle warteten und es war Zeit
weiterzuziehen.
Bevor wir in den Nationalpark der Bungle Bungle reinfuhren, wollten wir unterwegs noch auf einem kostenlosen
Campingplatz übernachten und erst am nächsten Morgen die Bungle Bungle besuchen. Wir öffneten
das Dach, stellten Tisch und Stühle raus und bemerkten dann, dass der frisch gefüllte Kühlschrank,
mangels sehr schlechtem Batteriestand, nicht mehr funktionierte. Also schlossen wir wieder das Dach,
packten alles ein und fuhren in den nächsten Ort (Halls Creek), der über 100 km entfernt lag. In Halls Creek
angekommen, schlossen wir unsere Batterien sofort an den Strom an. Tja, Henk hatte schon vermutet,
dass wir Schwierigkeiten mit den Batterien bekommen werden. So hatten wir tatsächlich das nächste
Problem erhalten, nämlich, dass die Batterien während dem Fahren nicht mehr aufluden. Vermutlich war das
dafür verantwortliche Relais bei der Reparatur des Radiators kaputt gegangen. Das hiess für uns, wir können
im Moment nur zwei Tage ohne Strom auskommen, sind noch immer im Outback und vermutlich in einem viel zu kleinen Ort um diese neue Herausforderung gelöst zu bekommen. Am nächsten Tag fuhren wir trotzdem in die Bungle Bungle, wir hatten ja Strom für zwei Nächte.
Die Bungle Bungle sind herrlich, so eine gigantische Landschaft mit unglaublichen Felsformationen. Als wir
zufrieden in den Park hereinfuhren, leuchtete eine Warnlampe am Armaturenbrett auf. Sofort hielten wir an,
holten die Bedienungsanleitung von Idefix hervor um zu prüfen, was uns denn da schon wieder plagt. Aber nein, diese Warnanzeige war leider nicht beschrieben und so diskutierten wir, ob wir vorwärts oder rückwärts gehen sollen.
Na ja, von den Problemen mit Idefix hatten wir so langsam aber sicher die Schnauze voll und fuhren weiter.
Nach kurzer Zeit fanden wir beide, dass der Motor einfach anders klingt. Der Campground war nicht mehr weit und so fuhren wir das letzte Stück ziemlich frustriert weiter. Am Nachmittag riefen wir unseren Garagisten in
Oesterreich an, der uns beruhigte und uns versicherte, dass wir problemlos weiterfahren konnten. Super,
dies war eine gute und beruhigende Nachricht und so starteten wir am nächsten Tag froh mit der Entdeckung des Parks.
Der Park bietet wiederum wundervolle Wanderungen an und wir waren schlicht begeistert. Ein Wanderweg führte in eine
ganz enge Schlucht, wo das Tageslicht hereinbrach . Es war unbeschreiblich schön und wir genossen diesen herrlichen Tag. Am nächsten Morgen überprüfte Henk, wie an allen Morgen, das Auto und bemerkte, oh Sch…., Flügel vom Ventilator waren schon wieder beschädigt oder gar abgebrochen (daher das andere Motorengeräusch). Es scheint, die Kimberlies wollen uns nicht mehr loslassen. Trotz den neuen Problemen fuhren wir zu den letzten Sightseeings, genossen diese auch und fuhren dann am gleichen Tag wiederum nach Halls Creeck um erstmal die Batterien auf dem Camping Platz aufzuladen.
Nein, nein, natürlich fuhren wir nicht ohne neue, bzw. alte Probleme nach Halls Creeck. Nach einer kurzen Pause auf einer Raststätte, fuhren wir einige 100 m weiter, als Henk bemerkte, der Motor ist zu heiss. Sofort hielt er an und … der Radiator hatte ein neues Loch. So standen wir da, im Strassengraben 20 km von Halls Creeck entfernt, zwei Stunden vor dem Eindunkeln. Aber Henk ist einfach ein Held und fixte den Radiator in no time . So schafften wir es dann doch noch nach Halls Creek und sahen Dank der Verspätung unserer Reise einen riesen Schwarm von Wellensittichen (man muss das Positive doch auch sehen, oder?).
Wieder diskutierten wir über unsere neuen Schwierigkeiten hin und her. Schaffen wir es nach Alice Springs (1000km), wo ein neuer Radiator auf uns wartet, oder nicht? Schlussendlich entschieden wir uns, wir fahren ca. 500 km nach Kununurra zurück, wo wir professionelle Hilfe erwarten und über eine asphaltierte Strasse fahren können. Den Weg nach Kununurra schafften wir problemlos und fuhren direkt zur Garage. Dort diskutierten wir Lösungsansätze mit dem Garagisten und riefen wiederum unseren Garagisten in Oesterreich an. Der erste Lösungsansatz wird sein, dass die Motoraufhängung noch einmal geprüft und getestet wird, danach sehen wir weiter und verbleiben die nächste Zeit in Kununurra…..
Erich, wir sind Dir sehr dankbar, dass wir Dich jederzeit anrufen können und Du uns mit Rat so gut wie möglich zur Seite stehst. Es muss für Dich frustrierend sein, nur von Problemen zu hören und dies nicht selber vor Ort überprüfen zu können.
Oh, übrigens, kaum sind wir auf dem Campingplatz in Kununurra angekommen, sahen ich endlich, nach langem Warten, die ersten Zebrafinken, super kleine süsse Vögelchen.