Heimweh in Windjana

Wir geniessen unsere Zeit hier in Australien in vollen Zügen und doch
kann es sein, dass man gerne wieder zu Hause wäre, wo einem alles
vertraut und bekannt ist. Dies kann dann bspw. der Fall sein, wenn man (Agi)
zum Zahnarzt sollte.

Nach einigen Tagen Kampf mit meinem Zahnfleisch
habe ich in Fitzroy Crossing (winziges Dorf) aufgegeben und wir haben
im Informationscenter nach einem Zahnarzt gefragt. Die freundliche Dame erklärte uns, dass der nächste Zahnarzt im 200 km entfernten Derby liegt, aber die
Wartezeit für Notfälle ca. 6 Wochen dauert und empfahl mir, in
Fitzroy Crossing ins Hospital zu gehen, die würden mir dann Medikamente
geben. Antibiotika hatten wir selber und so machten wir uns auf und
fuhren tiefer in den Outback zur Windjana Gorge. Um meine Schmerzen
in den Griff zu bekommen, nahm ich Schmerztabletten ein. Auf dem
Campingplatz bei der Windjana Gorge trafen wir Sonja und Thomas,
welche wir immer wieder an anderen Reiseorten antrafen. Und somit kam
auch der rettende Engel in Menschenform zu mir, denn Sonja arbeitet
in einer Zahnklinik und reinigte  meine entzündete Innentasche und
befreite sie vom Eiter. Weiter gab Sonja mir eine Art Spühlinstrument,
womit ich die entzündete Stelle weiter reinigen konnte. Ich kann
im Nachhinein nur noch sagen: “Also das isch ja wieder öppis gsi!”
Sonja ich bin Dir unglaublich dankbar, dass Du mir geholfen hast. Mit
der schnellen Hilfe, verflog auch wieder mein Heimweh und ich freute
mich auf die Weiterreise.

Die Windjana Gorge, war für mich eines von den Highlights, was wir
bis jetzt gesehen haben. Als wir am nächsten Morgen in die Gorge
wanderten, flog ein riesiger Schwarm von den little Corellas in
die Gorge hinein. Das war ein tolles Spektakel. Die Kakadus machten
einen wahnsinns Lärm, tranken in der Gorge und verteilten sich danach
laut auf den umliegenden Bäumen. Nach kurzem Wandern, sahen
wir dann die ersten Süsswasserkrokodile auf den Sandbänken sonnen.
Es gab unglaublich viele Krokodile und ich war erstaunt, dass sich so viele Krokis
an einem Ort ernähren können. Auf dem Rückweg hörten wir vom Flussufer
wiederum lautes Kreischen und ich hoffte, dass noch eine andere
Kakadu-Art in die Gorge geflogen ist und so folgten wir dem Lärm. Aber nein,
es waren Flughunde. Da hingen im Gebüsch hunderte lärmende Fruitbats. Wir
sahen so viel Neues an einem Morgen und genossen die Zeit in der Gorge in
vollen Zügen.

Am Nachmittag erkundeten wir den Tunnel Creek (eine Höhle) und fuhren danach
Richtung Bell Gorge. Die Bell Gorge ist schön, sogar
sehr schön und ein Besuch mit Badekleidern ist ein “must”.

Dann ging es endlich auf die von Henk lang ersehnte Gibb River Road.

June 2008

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